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Radsport
Degenkolb verspürt noch keinen „Extra-Druck“

John Degenkolb ist wieder angriffslustig.
John Degenkolb ist wieder angriffslustig. FOTO: dpa / Kurt Desplenter
Roubaix. Radsport-Klassiker Paris-Roubaix steigt am Sonntag.

Kaum hatte John Degenkolb im Training die ersten Meter auf dem brutalen Kopfsteinpflaster zurückgelegt, war bei ihm das Feuer für die „Hölle des Nordens“ neu entfacht. „Es hat sich besser und besser angefühlt. Ich hoffe, dass es am Sonntag genauso sein wird und dass ich eine brillante Leistung abliefern kann“, sagt Degenkolb, der sich am Sonntag bei seinem „Lieblingsrennen“ Paris-Roubaix (ab 11 Uhr/Eurosport) nur zu gern ein zweites Mal seinen Kindheitstraum erfüllen würde. Chancen auf seinen zweiten Sieg nach 2015 rechnet sich Degenkolb bei der 116. Auflage aus, als Favorit sieht er sich bei der Tortur über 257 Kilometer nicht.


„Ich verspüre keinen Extra-Druck. Es werden auch nach Sonntag noch Rennen gefahren“, sagt der Klassikerspezialist, für den das Frühjahr alles andere als wunschgemäß lief. Eine Bronchitis hatte ihn Anfang März zurückgeworfen. Für den Klassiker-Auftakt Mailand-Sanremo, den er 2015 ebenfalls gewann, musste Degenkolb passen. Bei der Flandern-Rundfahrt am vergangenen Wochenende hatte der 29-Jährige mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun, als Helfer für den zweitplatzierten Teamkollegen Mads Pedersen (Dänemark) leistete er wichtige Dienste.

Doch das ist nicht der Anspruch von Degenkolb, der als Nachfolger des Schweizers Fabian Cancellara zum Trek-Rennstall gewechselt war. Seit seinem Sieg vor drei Jahren lief aber einiges schief. Immer wieder stoppten ihn verletzungs- und krankheitsbedingte Rückschläge. „Er arbeitet hart, und bei seinem Talent bin ich zuversichtlich, dass er wieder große Rennen gewinnen wird. Wir glauben an ihn“, sagt Sportdirektor Dirk Demol. Doch favorisiert sind am Sonntag andere, vor allem Peter Sagan, der Star des deutschen Bora-hansgrohe-Teams.