Intensives Derby: Defensiv steht der FCS stabil da

Intensives Derby : Defensiv steht der FCS stabil da

Der 1. FC Saarbrücken ist nach dem 0:0 in Elversberg nicht unzufrieden. Jetzt geht es am Sonntag gegen Hessen Kassel.

„Wir hätten natürlich sehr gerne gewonnen.“ Dirk Lottner sah aber auch das Positive. Der Trainer des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken meinte nach der Nullnummer im Derby bei der SV Elversberg am Mittwochabend: „Wir haben nach zwei schweren Auswärtsspielen vier Punkte. Damit können wir gut leben.“

Wobei: Das mit den Heim- und Auswärtsspielen ist ja so eine Sache beim FCS, der nach dem für viele Fans übereilten Teilabriss des Ludwigsparkstadions ja in Völklingen eine Bleibe gefunden hat. Aber schon beim 4:1-Auftakterfolg in Ulm hatten 700 mitgereiste Fans dem FCS eine echte Heimspiel-Atmosphäre beschert. Auch am Mittwoch waren die blau-schwarzen Anhänger in der Überzahl. Geschätzt zwei Drittel der 7819 Besucher an der nicht ausverkauften Kaiserlinde drückten den Gästen die Daumen – und damit deutlich mehr, als zuletzt zu Spielen nach Völklingen kamen. „Die Atmosphäre war richtig gut“, fand auch SVE-Trainer Karsten Neitzel nach seinem ersten Saar-Derby, bei dem es auf den Rängen und im Umfeld absolut störungsfrei blieb. „Es gibt selten ein Derby, wo es in den Blöcken nicht raucht und trotzdem gute Stimmung herrscht“, meinte Neitzel.

Pfiffe gab es nur gegen Daniel Batz, einen von drei Saarbrückern, die vergangene Saison mit der SVE den Titel geholt, sich dann aber für einen Wechsel entschieden hatten. „Pfiffe von 50 Leuten interessieren mich nicht“, sagte der FCS-Torhüter und wandte sich nach der Rückkehr an die alte Wirkungsstätte dem Sportlichen zu: „Wir haben heute beim Meister ein ausgeglichenes Spiel erlebt. Wenn Paddi (Anm. der Red.: Stürmer Patrick Schmidt) das Ding in der ersten Halbzeit macht, läuft das Spiel anders. Aber auch die hatten ihre Möglichkeiten. Den Lattenschuss von Benno Mohr habe ich schön rausgeguckt.“

Nach einer Viertelstunde ging es einmal schnell – zu schnell für die SVE-Abwehr. Tobias Jänickes Flanke fand Schmidt völlig freistehend, doch der Torjäger köpfte am Kasten vorbei. Den darf ein Stürmer seiner Klasse durchaus machen. Es war einer der wenigen durchdachten Spielzüge in einer hektischen und zerfahrenen ersten Hälfte. „Das Tempo war sehr hoch“, sagte Markus Obernosterer, auch vor ein paar Wochen noch Elversberger: „Die SVE stand defensiv gut, es gab wenig Räume in der Mitte.“ Obernosterer musste viel laufen, viel Defensivarbeit verrichten, im Spiel nach vorne blieb er ohne großen Effekt. Bezeichnend sein Freistoß nach einer halben Stunde. Den setzte der Spezialist deutlich über das Tor.

Die taktische Umstellung, den schnellen Steven Zellner ins Mittelfeld zu stellen und dafür Oliver Oschkenat in der Dreierkette einzusetzen, brachte offensiv nicht die erhofften Impulse. „Oschi hat das sehr gut gemacht, gänzlich unaufgeregt“, lobte Lottner: „Das war ein gutes Startelf-Debüt.“

Defensiv war der FCS – mit Ausnahme einer kurzen Phase gleich nach der Pause – souverän. Das lag auch am guten Spiel des dritten Ex-Elversbergers Marco Kehl-Gomez im Abwehrzentrum. „Es ist mir eigentlich scheißegal, ob Mitte, rechts oder links“, sagte der Innenverteidiger: „Es war ein Spiel, in dem niemand den entscheidenden Fehler machen wollte. Jeder wusste: Wenn du das 1:0 bekommst, wird es schwer, noch zu gewinnen.“

So blieb es nach 90 intensiven Minuten torlos. „Wir haben es nicht geschafft, den Gegner in Laufduelle zu zwingen“, sagte FCS-Sportchef Marcus Mann: „Das Ergebnis geht in Ordnung.“ Zumal der FCS bereits am kommenden Sonntag um 14 Uhr beim ersten „echten“ Heimspiel gegen Hessen Kassel den guten Saisonstart festigen kann.