| 21:12 Uhr

Heißes Duell in Ringer-Bundesliga
Der Doppel-Decker nimmt Fahrt auf

Die Brüder Dennis (links) und Daniel Decker gehen für den KV Riegelsberg auf die Matte – und wollen auch im Fernsehen erfolgreich sein.
Die Brüder Dennis (links) und Daniel Decker gehen für den KV Riegelsberg auf die Matte – und wollen auch im Fernsehen erfolgreich sein. FOTO: Andreas Schlichter
Riegelsberg. Die Brüder Dennis und Daniel zwischen Ringen und Ninja Warrior. Am Samstag steht das Duell mit Köllerbach an. Von Patric Cordier

Doppeldecker – da denkt man an die roten Busse in London oder die Flugzeuge aus dem ersten Weltkrieg. Die einen bewegen Menschen, die anderen waren schnelle, wendige Waffen. Ringer-Bundesligist KV Riegelsberg hat seinen eignenen Doppel-Decker, der die Fans begeistern und die Gegner das Fürchten lehren soll: die Brüder Dennis und Daniel Decker.


„Es sind zwei junge Sportler mit viel Talent und Perspektive, die in der Vergangenheit durch einige gesundheitliche Probleme zurückgeworfen wurden“, sagt Edgar Paulus, der sportliche Leiter beim KV Riegelsberg: „Durch ihre gute Grundausbildung helfen sie uns natürlich weiter. Vor allem haben wir mit ihnen auch mehr Variationsmöglichkeiten in unserem Kader. Das ist bei einem Verein mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten wie dem unseren sehr wichtig.“

Das Ringen gelernt haben die Deckers beim KSV Köllerbach, dem kommenden Gegner beim ersten Saarderby der neuen Saison am Samstag um 19.30 Uhr in der Sporthalle Lindenschule. „Wir haben 15 oder 16 Jahre dort gerungen, es war insgesamt eine gute Zeit“, sagt der 21-jährige Daniel, sein ein Jahr älterer Bruder Dennis ergänzt: „Es ist schon ein komisches Gefühl, aber auf der Matte wird es hoffentlich ganz normal sein. Es wird ein Kampf für Riegelsberg – und nicht gegen Köllerbach.“



Für Riegelsberg hatte sich Daniel Decker schon vor der vergangenen Saison entschieden. Eine langwierige Schulterverletzung ließ aber nur wenige Einsätze zu. „Der Verein und besonders Edgar Paulus haben mir die Zeit gegeben, wieder fit zu werden“, sagt der KFZ-Mechatroniker, der sich aktuell als Vermögensberater selbstständig machen will: „Eigentlich wollte ich in dieser Saison in den Klassen 75 und 80 Kilo Freistil antreten, aber ich habe nur auf 73 Kilo aufbauen können.“ Die für Daniel jetzt vorgesehene Klasse bis 71 Kilo wird in der Vorrunde aber im klassischen Stil ausgekämpft. „Normalerweise bin ich also erst in der Rückrunde dabei“, sagt Daniel augenzwinkernd: „Aber die Aufstellung macht Edgar erst am Freitag.“

Bruder Dennis war bei der Riegelsberger 9:20-Auftaktniederlage in Urloffen im Einsatz, unterlag klar nach Punkten gegen Avgustin Spasov. Der ältere der Decker-Brüder war fast ein Jahr ausgefallen. Eine zunächst als harmlos eingestufte Verstopfung stellte sich als schwerwiegende Erkrankung heraus – dem Metallbauer musste sogar ein Stück des Darms entfernt werden. Jetzt ist er wieder da, darf allerdings kein Gewicht mehr machen: „Aktuell habe ich ein paar kleine Probleme mit den Blutwerten, aber ich hoffe natürlich, am Samstag dabei zu sein.“

Neben dem Ringen haben die Deckers zwei weitere ungewöhnliche Hobbies. Daniel betreibt Cheerleading. „Wir feuern aber keine Mannschaft an. Das ist wie Sportakrobatik. Und wir nehmen sogar an Meisterschaften teil“, erklärt der „kleinere“ Decker, der fast einen Kopf größer ist als sein Bruder: „Ich wollte Dennis dafür begeistern. Das hat mit dem Wechsel nach Riegelsberg aber eindeutig besser geklappt.“

Dennis und Daniel werden in diesem Herbst gemeinsam mit Michelle Reichrath auch bei der RTL-Sendung Ninja Warrior antreten – zunächst im Einzel, dann auch als Team. „Im letzten Jahr zählte man uns zu den Favoriten, aber dann hatten wir auf dem Weg ins Studio einen Autounfall. Der Wagen war Schrott, wir hatten nur kleinere Blessuren“, erzählt Dennis: „Das war schade, denn Daniel gehörte schon zu den Top 20. Mal schauen, was diesmal geht. Wir wollen das Saarland würdig repräsentieren.“ Der Doppel-Decker will eine gute Figur abgeben, auf der Matte und der Mattscheibe.