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Deckarm blüht seit dem Umzug nach Gummersbach richtig auf

Handball : Deckarm blüht wieder richtig auf

An diesem Samstag vor 40 Jahren endete die Karriere des Handball-Stars aus dem Saarland tragisch.

An seine Tragödie wird Joachim Deckarm täglich erinnert. An der Wand seines Zimmers im Evangelischen Seniorenzentrum in Gummersbach hängt ein Wimpel des Clubs Banyasz Tatabanya aus Ungarn. Dort endete am Samstag vor 40 Jahren im Halbfinal-Rückspiel des Europacups der Pokalsieger die Karriere eines der weltbesten Handballer auf tragische Weise. Der Saarbrücker im Trikot des VfL Gummersbach prallte mit Lajos Panovics zusammen und schlug ungebremst mit dem Kopf auf den nur mit einer dünnen PVC-Schicht belegten Betonboden auf. Deckarm fiel für 131 Tage ins Koma.

„Nach dem Spiel saßen wir alle in der Kabine und haben geheult, weil wir dachten, Jo sei tot“, erinnert sich Heiner Brand. So schlimm war es nicht, doch aus Deckarm wurde ein Pflegefall. Der 1,94 Meter große Koloss musste alles neu erlernen: essen, sprechen, laufen. Doch mit seiner Willenskraft und unter Anleitung seines früheren Trainers Werner Hürter kämpfte sich der heute 65-Jährige zurück ins Leben.

Große Unterstützung erfährt er seither von der Handball-Familie. Seine Weltmeister-Kollegen von 1978 haben ihren „Jo“ nie vergessen, besonders Brand erweist sich als treuer Freund. „Es ist ein großes Gefühl, zu einer Mannschaft zu gehören“, sagt Deckarm, der seit dem Umzug im Herbst von Saarbrücken nach Gummersbach, wo er in Vollzeit gepflegt werden kann, aufblüht. Auch öffentliche Auftritte genießt er. Bei der Heim-WM in Januar sangen ihm 20 000 Menschen in der Kölner Arena ein Ständchen zum 65. Geburtstag, in der Halle seines Ex-Clubs VfL Gummersbach ist er inzwischen Stammgast. Die Anspannung sei weg, erzählt Deckarm. Er komme nach einer schwierigen Zeit zuletzt in Saarbrücken zur Ruhe.