Dauser gibt Hoffnung auf WM-Start nicht auf

Turnen : Dauser will die Hoffnung nicht aufgeben

Nach seinem Handbruch kämpft der Neuzugang der TG Saar gegen die Zeit. Sein großes Ziel ist ein Start bei der WM in Stuttgart.

Knapp vier Wochen sind seit der Operation vergangen. Die schwere Verletzung im Jahr der Turn-WM in Stuttgart traf Lukas Dauser Mitte Juni in Kienbaum wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Ausgerechnet am Spezialgerät Barren brach sich der für die TG Saar in der Deutschen Turnliga startende Nationalturner im Training den rechten Mittelhandknochen. Ein Schock für den Vize-Europameister von 2017.

Plötzlich war Dausers Start bei der WM (4. bis 13. Oktober) in weiter Ferne und die Enttäuschung groß. Viele Experten hatten dem Olympia-Siebten im Team-Finale von Rio in Stuttgart am Barren ein Endkampf-Ticket zugetraut, an einem Sahne-Tag sogar mehr. Und jetzt soll alles aus sein?

Da kennt das Schicksal Dauser aber schlecht. Nach anfänglichem Frust blickt die Kämpfernatur wieder positiv nach vorn. Aufgeben ist keine Option. „Die OP ist nach Plan verlaufen. Mir wurde eine Platte mit sieben Schrauben eingesetzt, die mindestens ein Jahr drinbleibt. Die Fäden sind aber schon gezogen“, erzählt der 26 Jahre alte Allrounder.

Inzwischen sei die rechte Hand kaum noch geschwollen. Er könne sie gut bewegen. Eine äußere Schiene benötige er nicht, sagt Dauser und wirkt zuversichtlich. Die Therapie-Maßnahmen verlaufen schließlich nach Plan. Die Comeback-Hoffnung wächst – allerdings im Kampf gegen die Zeit. Täglich absolviert der Pechvogel am Olympiastützpunkt in Berlin seine Reha-Übungen, schaut danach beim Physiotherapeuten und in der Turnhalle vorbei. „Da kann ich schon alles machen, was die Hand nicht belastet – ausgewählte Elemente am Boden, Sprung, Trampolin und im Kraftraum“, berichtet Dauser vom abgespeckten Trainingspensum.

„So wie ich Lukas kenne, wird er es schaffen. Er hat auch nach seiner schweren Knieverletzung bei der Turn-WM in Doha 2018 ein starkes Comeback gefeiert und arbeitet sich gerade wieder akribisch an seine Form heran – der Junge ist ein Fighter“, schwärmt TG-Saar-Chef Thorsten Michels vom unbändigen Willen seines prominenten Neuzugangs. „Die Bundesliga-Einsätze für die TG Saar im Titelkampf sind bestimmt kein Problem. Bis Mitte Oktober bin ich wieder fit. Die beiden WM-Qualifikationen im August kommen aber wohl zu früh“, grübelt Dauser und baut auf Plan B.

Weil der Deutsche Turner-Bund nicht auf seine Barren-Hoffnung verzichten will, versucht der Lenkungsstab, eine Lösung zu finden. Anhand ärztlicher Aussagen und Prognosen wollen Cheftrainer, Sportdirektor und Verbandsarzt einen Weg finden, der eine spätere Qualifikation ermöglicht. Eine Wildcard wird es aber nicht geben. „Die würde ich auch gar nicht haben wollen“, sagt Dauser, der mit Leistung überzeugen will. Doch die Uhr tickt. „Ich klammere mich an die Hoffnung auf den WM-Start und gebe alles, um schnellstmöglich wieder fit zu werden“, sagt Dauser.

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