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| 21:09 Uhr

Das WM-Wunder fällt aus

Bei der Suche nach einem Nachfolger für Ulrich Strombach an der Spitze des Deutschen Handball-Bundes rückt Sportdirektor Heiner Brand (Foto) wieder in den Fokus. Foto: stratenschulte/dpa
Bei der Suche nach einem Nachfolger für Ulrich Strombach an der Spitze des Deutschen Handball-Bundes rückt Sportdirektor Heiner Brand (Foto) wieder in den Fokus. Foto: stratenschulte/dpa
Saragossa. Der Traum von einem zweiten Wintermärchen ist geplatzt. Mit dem 24:28 (14:12) im Viertelfinale gegen Gastgeber Spanien endete die wunderbare WM-Reise der deutschen Handballer in Saragossa. Nach einer über weite Strecken erneut starken Vorstellung musste sich das Team von Bundestrainer Martin Heuberger gestern erst in der Schlussphase den Spaniern geschlagen geben

Saragossa. Der Traum von einem zweiten Wintermärchen ist geplatzt. Mit dem 24:28 (14:12) im Viertelfinale gegen Gastgeber Spanien endete die wunderbare WM-Reise der deutschen Handballer in Saragossa. Nach einer über weite Strecken erneut starken Vorstellung musste sich das Team von Bundestrainer Martin Heuberger gestern erst in der Schlussphase den Spaniern geschlagen geben. Auch sechs Tore von Sven-Sören Christophersen halfen nichts mehr.

"Die Mannschaft hat gut gekämpft. In der zweiten Halbzeit hatten wir zu viele Unterzahlsituationen und haben zu viele Torchancen liegen gelassen. Dann kann man gegen eine starke Heimmannschaft nicht gewinnen", sagte Heuberger. Kapitän Oliver Roggisch versuchte, die enttäuschten jungen Spieler aufzumuntern. "Wir dürfen jetzt nicht vergessen, was wir geleistet haben", sagte der 34-Jährige. "Aus so einer Niederlage müssen wir lernen. Man hat gesehen, dass wir am Schluss noch nicht so erfahren sind." Angefeuert von teilweise fanatischen 10 600 Zuschauern kämpften die Iberer die deutsche Mannschaft nieder und treffen am Freitag im Halbfinale auf Slowenien, das zuvor Russland mit 28:27 aus dem Turnier geworfen hatte.

Vom andauernden Pfeifkonzert der Zuschauer unbeeindruckt spielte Deutschland groß auf. In der Deckung hatten Abwehrchef Roggisch und seine Nebenleute den bulligen spanischen Kreisläufer Julen Aguinagalde zunächst ebenso im Griff wie Rückraumspieler Alberto Entrerrios. Im Angriff spielte der EM-Siebte überlegt und mit Geduld.

Das Duell der Weltmeister von 2005 und 2007 war von der ersten Minute an umkämpft. Beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe. Dabei stand den deutschen Spielern oft auch das Wurfglück zur Seite. Nach dem 7:5 (13.) durch Michael Haaß ließ sich Spaniens Torwart-Hüne Arpad Sterbik entnervt auswechseln.

Danach stellte der Gastgeber die Abwehr um, provozierte so Fehler im deutschen Spielaufbau und brachte die DHB-Auswahl mit 7:8 (18.) ins Hintertreffen. Bundestrainer Heuberger reagierte mit einer Auszeit. Die zeigte Wirkung: Die deutsche Mannschaft erkämpfte sich so bis zur Halbzeit eine 14:12-Führung. Doch nach dem Wiederanpfiff schien es schnell gegen die Mannschaft zu laufen. Spanien drehte den Rückstand in ein 17:15 (34.). Erneut zeigten sich die DHB-Spieler aber wenig beeindruckt und hielten dagegen. Wenn Patrick Groetzki nicht zwei klare Chancen vergeben hätte, hätte Deutschland zur Mitte der zweiten Halbzeit deutlich führen können. "Das war vielleicht spielentscheidend", meinte Groetzki niedergeschlagen. Trost kam vom Trainer: "Keinen Vorwurf an Patrick. Er hat eine Riesen-WM gespielt."

So blieb es lange spannend - bis Aguinagalde aufdrehte und mit drei Toren hintereinander entscheidend dazu beitrug, dass Spanien bis auf 25:21 (55.) davonzog - ein Vorsprung, den die Gastgeber nicht mehr hergaben. dpa

Hintergrund

Auf der Suche nach einem Nachfolger für Ulrich Strombach an der Spitze des Deutschen Handball-Bundes (DHB) ist DHB-Sportdirektor Heiner Brand wieder in den Fokus gerückt. Der 60-Jährige scheint trotz Dementis seine Kandidatur in Erwägung zu ziehen: "Ich bin so selbstbewusst zu sagen, dass ich mit meinem Bekanntheitsgrad eine Repräsentantenrolle einnehmen könnte."

Junioren-Bundestrainer Christian Schwarzer hat sich derweil für eine Verpflichtung von Bundestrainer Martin Heuberger über 2014 hinaus ausgesprochen. "Das würde schon sehr gut passen. Er kennt seit Jahren die jungen Spieler, die da nachkommen könnten, aus dem Effeff", sagte er in einem Interview der "Frankfurter Rundschau". dpa/sid

Spanien jubelt, während die deutsche Handball-Nationalmannschaft um Torhüter Silvio Heinevetter (links) nach der Niederlage im Viertelfinale die Heimreise antreten muss. Foto: Stratenschulte/dpa
Spanien jubelt, während die deutsche Handball-Nationalmannschaft um Torhüter Silvio Heinevetter (links) nach der Niederlage im Viertelfinale die Heimreise antreten muss. Foto: Stratenschulte/dpa