„Das war heute ein Ausrufezeichen von uns“

Elversberg · Die SV Elversberg nutzt die Patzer der Konkurrenz und festigt ihren Relegationsplatz mit dem 2:0-Sieg gegen Hessen Kassel.

 Niko Dobros (rechts) klatscht mit Edmond Kapllani ab. Die beiden Offensivspieler trafen am Samstag beim 2:0-Sieg der SV Elversberg über Hessen Kassel. Foto: Thomas Wieck

Niko Dobros (rechts) klatscht mit Edmond Kapllani ab. Die beiden Offensivspieler trafen am Samstag beim 2:0-Sieg der SV Elversberg über Hessen Kassel. Foto: Thomas Wieck

Foto: Thomas Wieck

Plötzlich scheint beim Fußball-Regionalligisten SV Elversberg wieder alles locker und gelöst zu sein. Am vergangenen Samstag gewann die SVE mit 2:0 gegen den KSV Hessen Kassel und damit ihr erstes Spiel nach der Winterpause. Und da die Konkurrenz aus Saarbrücken und Steinbach patzte und verlor, beträgt der Elversberger Vorsprung auf einen Nicht-Relegationsplatz nun bereits acht Punkte.

"Das war heute schon ein Ausrufezeichen von uns, aber in puncto Relegation ist noch lang nichts entschieden. Wir haben doch in den letzten Wochen gesehen, wie schnell alles gehen kann", sagte Niko Dobros, der die SVE vor 1472 Zuschauern an der Kaiserlinde in Führung wurschtelte. Eigentlich wollte Dobros in der 47. Minute auf Edmond Kapllani flanken. Der Ball rutschte Dobros über den Schlappen, wurde länger und länger und schlug schließlich neben dem langen Pfosten ein. "Ich hatte in den vergangenen beiden Spielen echt Pech beim Abschluss. Das Glück habe ich mir verdient", sagte Dobros.

Auch beim zweiten Tor hatten die Elversberger Dusel. Kassels Tim Brandner schubste Lukas Kohler im Strafraum, Schiedsrichter Marcel Göpferich pfiff Elfmeter. Beide Trainer sprachen nach dem Spiel von einem Elfer, den man geben kann, aber nicht muss. Edmond Kapllani war es ziemlich egal - der 34-jährige Albaner verwandelte zum 2:0 (77.). "Wir standen heute schon unter Druck. Aber anscheinend können wir mit Druck umgehen. Es war ein enorm wichtiger Sieg für uns", erklärte Kapllani.

Den Druck hatten sich die SVE-Spieler nach nur einem Punkt aus zwei Spielen selbst gemacht - und bekamen von Trainer Wiesinger auch noch ein "Wir sind jetzt in der Pflicht" mit auf den Weg ins Kassel-Spiel. Die Pflicht, im dritten Spiel nach der Winterpause wieder die richtige Abwehrformation zu finden, erfüllte Wiesinger selbst. Nach zwei Experimentier-Spielen mit vier Gegentoren schickte Wiesinger einfach wieder die Erfolgs-Viererkette aus dem vergangenen Jahr ins Rennen. Lukas Kohler, Marco Kehl-Gomez, Leandro Grech und Thomas Birk ließen 90 Minuten lang keine klare Chance von Hessen Kassel zu. Vor allem Grech, der bei der 0:2-Niederlage beim TSV Steinbach 90 Minuten nur auf der Bank saß, spielte abgeklärt und fehlerfrei.

"Warum der Trainer diese Entscheidungen getroffen hat, müssen Sie ihn fragen, das weiß ich nicht. Ich finde, dass wir heute sehr stabil gestanden haben", analysierte Grech.

Trainer Wiesinger lobte keine einzelnen Mannschaftsteile, sondern sein gesamtes Team. "Wir haben das heute richtig gut gemacht und haben uns für unseren Aufwand belohnt." Im Spiel nach vorne ist trotz des Sieges noch viel Luft nach oben. Vor der Pause köpfte Kapllani nach einer Dobros-Flanke an die Latte (31.), Simon Handle verfehlte nach einer Hereingabe von Maximilian Oesterhelweg ebenfalls per Kopf das Kassel-Tor nur um Zentimeter (49.). Es waren die beiden einzigen herausgespielten Torchancen. Mit etwas Glück fielen die Tore aber dennoch, und die SVE konnte den ersten Heimsieg gegen Kassel überhaupt feiern.

Wenig zu feiern hatten Markus Obernosterer, Matthias Cuntz, Aaron Berzel und Florian Bichler. Alle vier wurden von Wiesinger nicht in das Aufgebot berufen. Obernosterer war nach dem Winter noch gar nicht im Kader, Cuntz kam nur gegen den FC Homburg zu einem Fünf-Minuten-Einsatz. Gegen Kassel wechselte Wiesinger sogar Innenverteidiger Marco Kofler ins Mittelfeld ein und ließ Cuntz auf der Bank schmoren. Am kommenden Samstag ist die SVE zu Gast beim SSV Ulm.