Das Traditionsduell

München. Ein Klassiker ist es immer noch, doch die Zeiten haben sich geändert: Besondere Angst kann Borussia Mönchengladbach dem FC Bayern München in diesen Tagen nicht bereiten. Die Mannschaft von Trainer Michael Frontzeck ist Letzter der Fußball-Bundesliga und wartet seit acht Meisterschaftspartien auf einen Sieg

München. Ein Klassiker ist es immer noch, doch die Zeiten haben sich geändert: Besondere Angst kann Borussia Mönchengladbach dem FC Bayern München in diesen Tagen nicht bereiten. Die Mannschaft von Trainer Michael Frontzeck ist Letzter der Fußball-Bundesliga und wartet seit acht Meisterschaftspartien auf einen Sieg. Der Bayern-Auftritt am Mittwoch in der Champions League beim CFR Cluj (4:0) hinterließ weitere Spuren. "Es war erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit sie die Partie für sich entschieden haben", sagte Frontzeck, dem auch bei einer Niederlage nicht das Aus droht. Gerade mal 0,95 Punkte holt Frontzeck durchschnittlich. Gegen München muss er auch noch auf acht Spieler verzichten, die entweder verletzt oder gesperrt sind. Und der bis dato letzte Heimsieg gegen die Bayern liegt auch schon sechs Jahre zurück (2:0 am 30. Oktober 2004). Beim Gegner haben sich allerdings sich die Hoffnungen auf die Rückkehr der verletzten Holger Badstuber und Franck Ribéry zerschlagen. Beide werden in Mönchengladbach nicht dabei sein. "Da ist viel Optimismus verbreitet worden", sagte Münchens Trainer Louis van Gaal. Demnach tritt der Rekord-Meister an diesem Samstag, 15.30 Uhr, mit der Elf von Mittwoch an, im Kader bleibt auch David Alaba. Der Trainer betonte, dass man den Gegner auf keinen Fall unterschätzen werde. "Ich erwarte einen Tabellenletzten, der auch die Wende schaffen kann. In der Bundesliga kann jeder jeden schlagen", sagte van Gaal. Was international klappt, soll nun aber endlich auch auf der nationalen Bühne gelingen. "In Gladbach haben wir in der Vergangenheit nicht so oft gewonnen, da wollen wir am Samstag wieder mal drei Punkte holen", kündigte Bastian Schweinsteiger an: "Aber es wird nicht so einfach dort zu gewinnen, die Gladbacher benötigen die drei Punkte genauso wie wir." Apropos Schweinsteiger: Er trägt seit langem den Wunsch nach einer Auslandserfahrung mit sich herum, hatte zuletzt signalisiert, dass er in diesem Jahr keine Vertragsgespräche mehr führen wolle. Erst nach Beginn der Rückrunde sei er zu Verhandlungen bereit, hieß es. Präsident Uli Hoeneß hat schon mal angedeutet, beim Gehalt nicht "kleinlich" sein zu wollen. Bis 2012 läuft der Vertrag von Schweinsteiger. Real Madrids Trainer Jose Mourinho hat den Mittelfeldmann schon lange auf der Wunschliste. Doch Angst vor Real, das lange und vergeblich um Ribéry warb, hat man in München nicht. "Man weiß auch in Madrid, dass wir sehr hartnäckig sein können", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.