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Das Stühlerücken spaltet die Fans

Das Stühlerücken spaltet die Fans

Homburg. Das Geschehen auf dem Platz ist beim Fußall-Oberligisten FC Homburg ein wenig in den Hintergrund gerückt. Der aktuelle Trainer Jens Kiefer verlässt den Verein zum Saisonende, Alfred Kaminski wurde am vergangenen Mittwoch sofort als Sportdirektor und ab nächster Saison in Personalunion als Trainer und Sportdirektor installiert

Homburg. Das Geschehen auf dem Platz ist beim Fußall-Oberligisten FC Homburg ein wenig in den Hintergrund gerückt. Der aktuelle Trainer Jens Kiefer verlässt den Verein zum Saisonende, Alfred Kaminski wurde am vergangenen Mittwoch sofort als Sportdirektor und ab nächster Saison in Personalunion als Trainer und Sportdirektor installiert. Er soll dort der "Magath des FC Homburg" werden, wenn es nach Aufsichtsratmitglied Peter Müller geht. Außerdem wird es voraussichtlich nach dieser Spielzeit auch einen ganz neuen Vorstand geben, nachdem Vorsitzender Herbert Eder seinen Rücktritt zum Saisonende erklärt hat.

Die personellen Wechselspiele sorgen für viel Gesprächsstoff - auch bei den Anhängern. Von Unbefangenheit über Euphorie bis hin zu Skepsis - das Stimmungsbild über die Personalie Kaminski ist bei den Fans der Grün-Weißen ist vielfältig. Markus Schlegel, der Fanbeauftragte, erklärt: "Ich kenne Herrn Kaminski zu wenig. In Saarbrücken war sein Erfolg nicht so groß. Doch jeder hat eine zweite Chance verdient."

Optimistisch ist Fan Ralf Pirmann: "Es muss weitergehen. Der Verein musste reagieren. Ich sehe die Entscheidung positiv." Im Gegensatz dazu ist FCH-Anhänger Heinz-Peter Schuler, der seit 1960 ins Waldstadion pilgert, und auch auswärts die Mannschaft begleitet, nicht begeistert. Der 61-Jährige sieht Kaminski aus der Ecke Ostermann kommen. Und dies weckt bei ihm schlechte Erinnerungen. "Ich befürchte, dass es so wird, wie damals bei der Kooperation zwischen dem FCH und dem 1. FC Saarbrücken. Die guten Spieler werden dann nach Saarbrücken geholt. Ich habe mir schon überlegt, nicht mehr ins Stadion zu gehen. Doch letztlich mache ich es wegen der Mannschaft, und die ist in Ordnung."

Ebenso wie Alfred Kaminski spaltet auch der Rücktritt Eders zum Saisonende die Gemüter. "Das war nicht in Ordnung, wie Herbert Eder ausgebootet wurde. Er war ein Glücksfall für den FC Homburg und hat den Verein schuldenfrei gemacht", sagt Heinz-Peter Schuler. Stefan Schäfer vom Fanclub "Hochwald" erklärt dagegen: "Es war eine gute Entscheidung. Denn es war Zeit, dass sich was ändert. Die Entwicklung ging in letzter Zeit weiter nach unten. Das hat man auch an den Zuschauerzahlen gesehen."

Doch bei einem sind sie sich dann doch alle einig. Drei Punkte müssen an diesem Samstag in der Auswärtspartie beim SC Hauenstein her (Anstoß 15.30 Uhr). Nach über einem Jahrzehnt in der Oberliga wollen die Fans mit ihrem Klub wieder einen Aufstieg feiern. Ralf Pirmann fordert: "Die Mannschaft hat sich hinter den Trainer gestellt. Jetzt muss auch eine Reaktion kommen." Und die wollen die Spieler zeigen. Denn auch Stürmer Tobias Mansfeld weiß: "In unserer Situation helfen uns nur drei Punkte. Das sind wir auch Jens Kiefer und Herbert Eder schuldig." Denn das Geschehen auf dem Platz soll in den nächsten Wochen wieder in den Vordergrund rücken.