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| 20:39 Uhr

Darts-WM in London
Das Spektakel wird immer gewaltiger

Die West Hall des Alexandra Palace in London ist bei der Darts-Weltmeisterschaft in Windeseile ausverkauft.
Die West Hall des Alexandra Palace in London ist bei der Darts-Weltmeisterschaft in Windeseile ausverkauft. FOTO: Mykel M Nicolaou / dpa
London. Morgen startet die Darts-WM in London. Bei Sport1 ist sie ein Quotenrenner. Für die Spieler geht es um 2,04 Millionen Euro.

Mit einem Auftritt von Titelverteidiger Michael van Gerwen startet morgen Abend (20 Uhr) die Darts-WM 2018 in London. Wer sind die Favoriten, welche Deutschen sind mit von der Partie, wo ist das Pfeile-Spektakel zu sehen, und in welcher Halle wird gespielt? Die SZ beantwortet die wichtigsten Fragen vor dem Beginn des Events.

Wie oft findet die Weltmeisterschaft statt? Und wer trägt sie aus?

Im Darts-Sport gibt es zwei große Verbände: Die PDC (Professional Darts Corporation) und die BDO (British Darts Organisation). Beide tragen jährlich eine Weltmeisterschaft aus. Obwohl die PDC später (1992) gegründet wurde, gilt sie als führender Verband. Die Stars der Szene spielen dort oder sind von der BDO zur PDC gewechselt. Die Weltmeisterschaft der BDO beginnt traditionell dann, wenn die der PDC beendet ist – also im Januar. Bei der BDO wird nach Geschlecht unterschieden, es gibt also auch eine Frauen-Weltmeisterschaft.

Wie kann man sich qualifizieren? Und welche Deutschen sind dabei?

Die meisten Plätze werden nach der sogenannten Order of Merit, der Weltrangliste, vergeben. So qualifizieren sich die 32 besten Spieler dieses Rankings. Zudem qualifizieren sich weitere Profis über das sogenannte Pro-Tour-Ranking und nationale Qualifikationsturniere. Für Deutschland sind der Brandenburger Martin Schindler und Kevin Münch aus Bochum mit von der Partie. Der 21-jährige Schindler qualifizierte sich über die Pro-Tour-Rangliste und spielt in Runde eins gegen den Australier Simon Whitlock. Münch gewann die nationale Qualifikation in Mönchengladbach. Der in der Rangliste bestplatzierte Deutsche, Max Hopp, verpasste erstmals seit 2012 die Qualifikation.

Wer sind die Favoriten? Auf wen gilt es zu achten?

Auf Favorit Michael van Gerwen und Rekord-Champion Phil Taylor aus England. Der Niederländer ist Weltranglisten-Erster und sicherte sich im Vorjahr souverän den Titel im Alexandra Palace von London. Seine Markenzeichen: grellgrünes Shirt, die Glatze und seine Einlaufmusik „Seven Nation Army“ von den White Stripes. Doch die Blicke werden sich trotz van Gerwens Favoritenstellung klar auf den 16-maligen Weltmeister Taylor richten. Er tritt nach knapp drei Jahrzehnten Darts-Sport nach der WM von der großen Bühne ab und will in London einen letzten großen Wurf landen.

Wen muss man sonst noch auf dem Zettel haben?

Bei Weltmeisterschaften ist mit Gary Anderson immer zu rechnen. Aufgrund der Geburt seines vierten Kindes im Oktober hat der Weltmeister von 2015 und 2016 aber Trainingsrückstand. Die Nummer zwei der Welt, Peter Wright, spielte ein starkes Jahr 2017. Der Schotte wurde Ende November jedoch mit Verdacht auf Gallensteine ins Krankenhaus eingeliefert, sein WM-Start ist noch ungewiss. Außenseiter-Chancen werden dem Nordiren Daryl Gurney, dem Österreicher Mensur Suljovic und dem englischen Senkrechtstarter Rob Cross eingeräumt.

In welchem Modus wird gespielt?

Ziel ist es, 501 Punkte herunterzuspielen und per Doppelfeld oder Bulls-Eye „auszuchecken“. Wem dies zuerst gelingt, der holt sich ein Leg. Drei Leg-Gewinne bringen einen Satz. In der ersten Runde wird nach dem Modus „best of 5 sets“ verfahren. In der zweiten und dritten Runde sind dann vier Satzgewinne zum Weiterkommen nötig. Das Viertelfinale wird nach dem Modus „best of 9 sets“ ausgespielt. Im Halbfinale braucht ein Spieler sechs gewonnene Sätze („best of 11 sets“). Das Finale gewinnt, wer sieben Sätze für sich entscheidet („best of 13 sets“).

Wie viel Preisgeld erhält der Sieger bei der Weltmeisterschaft?

Umgerechnet werden etwa 2,04 Millionen Euro ausgespielt, eine erneute Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (1,92 Millionen Euro). Das Preisgeld wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich angehoben, zum Start 1994 ging es noch um etwa 150 000 D-Mark. Dieses Mal warten auf den Sieger rund 450 000 Euro – und die rund 20 Kilogramm schwere Sid Waddell Trophy.

Wo ist die WM zu sehen? Und wann wird gespielt?

Beim TV-Sender Sport1 und dem Streaming-Anbieter DAZN. Der Sender aus Ismaning sendet mehr als 100 Stunden aus London live und setzt unter anderem auf Erfahrung von Darts-Profi Hopp, der ab dem Achtelfinale als Experte fungiert. In den vergangenen Jahren hat sich die Darts-WM bei Sport1 zu einem echten Quotenrenner entwickelt, eine weitere Steigerung wird erwartet. Bei DAZN sind die Spiele im Originalkommentar zu sehen. Die meisten Spiele finden abends statt. Für gewöhnlich wird täglich ab 20 Uhr gespielt, die Sessions dauern teilweise bis Mitternacht. An den Weihnachtsfeiertagen wird pausiert, auch Silvester ist spielfrei. Das Finale findet an Neujahr statt.

In welcher Halle spielen die Darts-Profis in London?

Weiterhin in der West Hall im Alexandra Palace. Der geplante Umzug von der kleineren Halle (etwa 3000 Zuschauer) in die Great Hall (bis zu 10 400 Plätze) scheiterte in diesem Jahr, wird von der PDC aber weiter angestrebt. In den vergangenen Jahren waren sämtliche Sessions binnen kurzer Zeit ausverkauft.

Der Niederländer Michael van Gerwen jubelt nach seinem WM-Sieg am 2. Januar 2017.
Der Niederländer Michael van Gerwen jubelt nach seinem WM-Sieg am 2. Januar 2017. FOTO: Steven Paston / dpa
(dpa)