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Das neue Schwimmer-Traumpaar

Das neue Schwimmer-Traumpaar

Henning Mühlleitner (18) und Marlene Hüther (17) sind die großen Talente, die der Saarländische Schwimmbund in Saarbrücken ausbildet. Jetzt fährt das Paar gemeinsam zu der Kurzbahn-EM nach Israel.

Sie sind jung und erfolgreich - und haben auch sonst viel gemeinsam. Marlene Hüther (17) und Henning Mühlleitner (18) sind Hoffnungsträger des Deutschen Schwimm-Verbands und gehören zum Aufgebot für die Kurzbahn-Europameisterschaften in Israel, die am Mittwoch beginnt und bis kommenden Sonntag dauert. Am Montag starten sie in den Nahen Osten.

Hüther und Mühlleitner gehen beide auf die saarländische Eliteschule des Sports, das Gymnasium am Rotenbühl in Saarbrücken , und sind schon seit über einem Jahr ein Paar. Das Traumpaar der saarländischen Schwimm-Szene. "Wir wohnen beide im Internat und haben uns dort kennengelernt", erklärt Mühlleitner mit einem Lächeln auf den Lippen.

Vergangene Woche waren die Talente bei der deutschen Kurzbahn-Meisterschaft in Wuppertal am Start und hatten verschiedene Meinungen zu ihren Leistungen. "Mit den 400 Meter Lagen und 400 Meter Freistil bin ich nicht zufrieden. Die 100 Meter Lagen und 200 Meter Freistil waren dann aber sehr ordentlich. Es wurde von Tag zu Tag besser", erzählt Hüther. Ihr Freund war dagegen sehr zufrieden mit seiner DM: "Ich wusste, dass ich gut vorbereitet bin, aber dass es so gut läuft, hatte ich nicht erwartet." Die Zeiten waren jedenfalls gut genug für die Nominierung.

Im kommenden Jahr setzten Mühlleitner und Hüther unterschiedliche Prioritäten. Für die 17-Jährige steht die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio den Janeiro an oberster Stelle. "Es wird schwer, aber ich bin optimistisch, dass es klappt", sagt sie selbstbewusst. Der 18-jährige Mühlleitner muss sich währenddessen mit dem Abitur rumschlagen. "Ich werde wahrscheinlich ein bisschen Belastung rausnehmen müssen, aber das sollte schon alles klappen", meint der gebürtige Schwabe. Die deutsche Meisterschaft auf der 50-Meter-Bahn findet sogar einen Tag nach seiner letzten Prüfung statt, doch davon will er sich nicht bremsen lassen. Die Olympia-Qualifikation wäre für den Schwimmer , der noch für seinen Heimatverein SV Schwäbisch Gmünd startet, aber eine Überraschung: "Es ist nicht komplett unrealistisch, aber ich glaube nicht daran. 2020 ist da schon eher möglich", findet er.

Für das Leben nach dem Abitur haben die Kaderathleten unterschiedliche Pläne. Während Hüther eine Karriere bei der Bundeswehr anstrebt, will Mühlleitner studieren: "Es wird in die naturwissenschaftliche Richtung gehen. Wirtschaftsingenieur und Verfahrenstechnik sind in der engeren Auswahl. Wenn möglich würde ich aber gerne hier bleiben." Das zeigt, dass er nicht nur privat, sondern auch sportlich glücklich am Olympiastützpunkt ist: "Das Team drumherum ist einfach geil, und das Training schlägt langsam an." Auch Hüther weiß das zu schätzen: "Es ist für Leistungssportler das Wichtigste, sich wohl zu fühlen. Das wird einem hier leicht gemacht."

Leicht fiel den beiden auch die Entscheidung, an der EM teilzunehmen. Obwohl der Verband den Athleten die Teilnahme wegen der angespannten politischen Lage in Israel freigestellt hatte, gab es bei beiden nur kurz Bedenken. "Klar, habe ich ein mulmiges Gefühl. Aber ich habe hart gearbeitet, um dabei zu sein. Das lasse ich mir nicht versauen", erklärt die gebürtige Homburgerin Hüther. Ihr Freund ergänzt: "Es kann dir überall etwas passieren. Wir müssen uns auf die Sicherheitsvorkehrungen verlassen." Diese lockere Einstellung haben beide ebenfalls gemeinsam.