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„Das ist mein Ding da vorne drin“

Julius Perstaller entschied am vergangenen Samstag das Derby gegen den 1. FC Saarbrücken für seine SVE. Foto: Schlichter
Julius Perstaller entschied am vergangenen Samstag das Derby gegen den 1. FC Saarbrücken für seine SVE. Foto: Schlichter FOTO: Schlichter
Elversberg. Der Siegtreffer zum 2:1 gegen den 1. FC Saarbrücken „war eines der wichtigsten Tore in meiner bisherigen Karriere“, sagt Elversbergs Offensivspieler Julius Perstaller. Der Österreicher brennt darauf, mit der SVE aufzusteigen. Heiko Lehmann

"Das war schon ein Wahnsinns-Gefühl nach dem Tor. Totale Erleichterung, auch am Tag danach beim Auslaufen noch", sagt Julius Perstaller. Der 27-jährige Stürmer des Fußball-Regionalligisten SV Elversberg hat am vergangenen Samstag das Saarderby gegen den 1. FC Saarbrücken entschieden und mit dem 2:1-Siegtreffer die SVE wieder an die Tabellenspitze geschossen. "Das war eines der wichtigsten Tore bislang in meiner Karriere . Zwar haben wir noch nichts gewonnen, aber in den vergangenen Wochen lief es nicht so toll bei uns. Vielleicht war es ein Startschuss", sagt der Österreicher, der im Derby den Ball aus 16 Metern genau ins linke, untere Toreck zirkelte.



Mit einer Größe von 1,79 Metern hat Perstaller eigentlich gar nicht die Gardemaße eines Stürmers, aber: "Julius kann links wie rechts schießen und hat eine extrem gute Schusstechnik", sagt Außenverteidiger Lukas Kohler. "Wenn man ihm im Training zusieht, dann weiß man sofort, dass er Stürmer ist. Er hat enorme Qualitäten", lobt SVE-Mittelfeldspieler Matthias Cuntz den 27-jährigen Teamkollegen.

Im Sommer 2015 wechselte Julius Perstaller nach 107 Bundesligaspielen für den FC Wacker Innsbruck und den SV Ried nach Deutschland zum Drittligisten Hansa Rostock. "Ich wollte einfach mal etwas anderes erleben, und Deutschland hat mich immer schon interessiert. Ich habe noch kein Heimweh und möchte noch ein paar Dinge erleben", sagt Perstaller. Nach einem Trainerwechsel in Rostock spielte er aber plötzlich keine große Rolle mehr im Kader.

Im vergangenen August war der Österreicher dann im Probetraining bei der SV Elversberg . "Das war mehr ein beiderseitiges Kennenlernen als ein Probetraining. Ich musste Trainer Michael Wiesinger nicht zeigen, was ich kann", sagt der 27-Jährige. Am vergangenen Samstag stellte Perstaller mit dem Siegtor gegen den 1. FC Saarbrücken dann eindrucksvoll unter Beweis, was er kann. Gut möglich, dass der Ösi-Motor jetzt richtig in Fahrt kommt. "Ich habe bislang bei meinen Einsätzen immer auf der rechten Außenbahn gespielt und gegen Saarbrücken das erste Mal im Sturm. Als Stürmer fühle ich mich viel wohler, das ist mein Ding da vorne drin."

Am kommenden Samstag, 14 Uhr, beim FK Pirmasens wird Julius Perstaller mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder im Sturm der SVE auflaufen. Vielleicht sogar über 90 Minuten - denn das wäre eine Seltenheit beim geborenen Innsbrucker. In 143 Ligaspielen in Österreich und Deutschland hat Perstaller erst zwölf Mal die vollen 90 Minuten absolviert. Kaum ein anderer Spieler wird so häufig ein- oder ausgewechselt. "Ich kann mir das auch nicht so richtig erklären", sagt Perstaller, "als Stürmer wird man eben häufiger ausgewechselt, da haben es Abwehrspieler schon besser".



Zum Glück für die SVE hat Trainer Wiesinger gegen den 1. FC Saarbrücken mit der Perstaller-Auswechslung bis zur 86. Minute gewartet, denn eine Minute davor erzielte der 27-Jährige das Tor des Tages, das sein Team ein ganzes Wochenende lang feierte. "Aber jetzt geht's weiter, das Tor ist Geschichte. Wir wollen jedes Spiel gewinnen und am Saisonende in die 3. Fußball-Liga aufsteigen. Das ist unser ganz großes Ziel", sagt Julius Perstaller.