Das Homburger Bergrennen ist ein Muss für Motorsport-Begeisterte

Motorsport : Ein Muss für Motorsport-Begeisterte

Knapp 150 Piloten aus Luxemburg, Frankreich, Österreich, der Schweiz und Deutschland jagen am Wochenende ihre Rennwagen über die 2,6 Kilometer lange Piste beim 46. Homburger Bergrennen

Das Saarland. Es erstreckt sich über eine Fläche von 2569,76 Quadratkilometern. Auf dieser Fläche leben 990 509 Menschen. Flächenmäßig steht es deutschlandweit auf dem viertletzten Platz, dahinter folgen nur Berlin, Hamburg und Bremen. Weniger Personen leben nur im kleinsten der drei Stadtstaaten. Sport wird in einigen Sportarten dennoch auf höchstem Niveau betrieben. So gibt es Bundesligisten im Kegeln, Tischtennis, Dreiband, Ringen, Basketball oder Badminton. Im Volleyball ist das Saarland in der 2. Bundesliga vertreten. Im Handball, Tennis greifen Vereine in Liga 3 an.

Auch in einer Sportart, die in Aufzählungen häufig außer Acht gelassen wird, ist das „schönste Bundesland der Welt“ auf der nationalen Landkarte vertreten: im Motorsport. Zwar sind die Zeiten vom Saaruferring-Rennen in Saarbrücken, dem Großen Preis des Saarlandes in Sankt Wendel oder dem Rundstreckenrennen in Saarlouis lange vorbei. Zwar verfügt das Saarland nicht über einen Sachsen- oder Norisring, über ein Schleizer Dreieck und auch nicht über ein Fischereihafenrennen oder einen Oldtimer Grand Prix. Zwar bilden weltbekannte, saarländische Rennfahrer wie Bernd Schneider oder Timo Bernhard die Ausnahme. Dennoch kommen die Freunde des Motorsports, sei es des zwei- oder vierrädrigen, regelmäßig direkt vor ihrer Haustür auf ihre Kosten. Beispielsweise beim Supermoto-Rennen in Sankt Wendel. Oder bei der Rallye Deutschland. Oder bei einer Veranstaltung in der Geburtsstadt von Timo Bernhard, des zweifachen Langstrecken-Weltmeisters (2015, 2017) und 24 Stunden von Le Mans-Siegers (2010, 2017): beim Homburger Bergrennen. Der Lauf, der unter anderem zur Deutsche Automobil Bergmeisterschaft zählt, geht am Wochenende in seine 46. Auflage.

„Das Homburger Bergrennen ist eine der ältesten, aktiven Motorsportveranstaltung im Saarland“, berichtet Thomas Bubel stolz. Er ist Pressesprecher der Veranstaltung, die seit 1974 auf der Käshofer Straße zwischen Homburg und dem rheinland-pfälzischen Käshofen Motorsport-Herzen höherschlagen lässt. Am Samstag und Sonntag werden 149 Fahrer aus fünf Nationen in Rennfahrzeugen unterschiedlichster Klassen über die schmale, 2,6 Kilometer lange Piste donnern. Für besondere Augenblicke sorgen beispielsweise der Lotus 51A, ein ehemaliger Formel Ford-Rennwagen des in der Schweiz lebenden Briten Ian Gibson, der Opel Kadett GT/R von Holger Hovemann (Buchen) mit V8-Chevrolet-Motor und der Schweizer René Ruch im knallroten und „infernalisch“ klingenden Ferrari 355 GT. Der rote Renner wird nämlich nicht von einem Werksmotor angetrieben, sondern von einem Zytek-V8-Triebwerk aus einem Formel 3000-Rennwagen.

Besonders heiß wird auch der Kampf um den Gesamtsieg. Vorjahres-Gesamtsieger Anthony Loeuilleux (Frankreich) ist mit seinem Tatuus Formula Master wieder am Start, trifft aber auf starke Konkurrenz. „Er hat aber eine ganz harte Nuss zu knacken“, verspricht Bubel. Denn der erfahrene Pilot Alexander Hin (Elzach) greift mit seinem „Italo-Monster“ Osella PA 30 mit weit über 500 PS nach dem höchsten Platz auf dem Siegerpodest und vielleicht sogar nach dem Streckenrekord (1:05,404 min, David Hauser (L), Dallara GP2, 2016). Zum engeren Favoritenkreis zählen weiter Christian Triebstein (Habichtswald-Dörnberg, Dallara Opel Formel 3), sowie die Formel 3-Vertreter Georg Lang (Schweinfurt, MSW HS-001) Daniel Allais (Frankreich, Dallara F308), der den früheren Rennwagen des heutigen Formel 1-Piloten Valtteri Bottas besitzt.

Die ersten Rennteams sind seit Mittwoch im Fahrerlager an der L120. Die Käshofer Straße ist ab Freitag, 15 Uhr bis Sonntag, 21 Uhr für den Verkehr voll gesperrt. „Technikfreaks“ können bereits freitags kostenfrei die Fahrerlagerwiese betreten. Die Trainingsläufe beginnen samstags um 8.30 Uhr. Die Rennläufe starten sonntags um 8.30 Uhr.

Publikumsliebling Holger Hovemann kommt im gelben Opel Kadett GT/R mit V8-Chevrolet-Motor. Foto: Bubel
Unter der Woche haben die Helfer des Homburger Automobilclubs die Strecke an der Käshoferstraße hergerichtet. Foto: Bubel

homburger-bergrennen.de

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