Das Ende einer Ära naht

Saarbrücken. Was passiert mit Huaiwen Xu? Das Rätselraten um die Karriere der 33-jährigen Badminton-Nationalspielerin des 1

 Ein Bild, das in der kommenden Saison nicht mehr zu sehen sein wird: Huaiwen Xu im Trikot des 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim, aufgenommen am vergangenen Sonntag beim Spiel gegen den BC Beuel. Xu will im Herbst ihre Karriere beenden. Foto: Becker&Bredel

Ein Bild, das in der kommenden Saison nicht mehr zu sehen sein wird: Huaiwen Xu im Trikot des 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim, aufgenommen am vergangenen Sonntag beim Spiel gegen den BC Beuel. Xu will im Herbst ihre Karriere beenden. Foto: Becker&Bredel

Saarbrücken. Was passiert mit Huaiwen Xu? Das Rätselraten um die Karriere der 33-jährigen Badminton-Nationalspielerin des 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim, das in den vergangenen Wochen und Monaten kuriose Formen angenommen hatte, ist nun geklärt: Die zweifache Europameisterin und Olympia-Fünfte der Spiele von Peking, die heute bei den German Open in Mülheim in der ersten Runde auf die Italienerin Linda Zechiri beendet spätestens im Herbst ihre Laufbahn und hängt den Badminton-Schläger an den Nagel.

Schon in den vergangenen Monaten war Xu kürzergetreten, ließ beispielsweise die deutsche Meisterschaft aus. Jetzt wurden ihr die körperlichen Belastungen der vergangenen Jahre als Leistungssportlerin einfach zu viel. Mal zwickte der Oberschenkel, mal der Fuß, und die Pausen wurden immer länger. Der Rücktritt vom Leistungssport ist die logische Konsequenz. "Ich werde schauen, wie es mir bis zum August geht. Bin ich körperlich fit, fahre ich vielleicht noch mit zur WM nach Indien, die vom 10. bis 16. August in Hyderabad stattfindet. Danach höre ich aber definitiv mit dem Badminton auf", wird Xu in einer Pressemitteilung des BCB zitiert.

Mit dem Karriere-Ende von Xu geht eine Ära im deutschen Badmintonsport zu Ende. Die gebürtige Chinesin wurde in ihrer Heimat in der Nationalmannschaft nicht berücksichtigt, weil sie mit 1,60 Metern Körpergröße aus Sicht der chinesischen Funktionäre zu klein geraten war, um China international zu repräsentieren. Im Jahr 2000 verließ sie China Richtung Deutschland und spielte sich beim VfB Friedrichshafen in der Bundesliga ins Rampenlicht, wo sie drei Jahre lang kein Spiel verlor. Ende 2003 - mittlerweile spielte Xu schon für den 1. BC Bischmisheim - erhielt sie die deutsche Staatsangehörigkeit. Ein Meilenstein für den Deutschen Badmintonverband (DBV), denn Xu heimste internationale Erfolge ein, die es bis dato nicht gegeben hatte. So wurde sie zweimal Europameisterin im Dameneinzel und gewann zweimal Bronze bei der WM. Badminton-Geschichte schrieb Xu am 22. Juni 2006, als sie als erste Deutsche die Weltrangliste als Nummer eins anführte.

Wie ihre Zukunft aussieht, ist noch unklar. "Ich bin nicht nur körperlich müde, auch in meinem Kopf bin ich einfach nur ausgelaugt. Ich kann mich nur noch schwer motivieren", ließ Xu verlauten. Einen Job als Trainerin in Deutschland, in dem viele sie gern sehen würden, schließt sie aus.

Bischmisheims Team-Manager Thomas Tesche bedauerte die Entscheidung seiner besten Dame: "Wir hatten gehofft, sie langfristig ans Saarland binden zu können. Es war eine großartige Zusammenarbeit, und wir hoffen, mit der Titelverteidigung in der Bundesliga einen goldenen Schlusspunkt unter die Erfolgsgeschichte BCB/Huaiwen Xu setzen zu können." Und Xu verspricht, noch mal alles zu geben. "Ich möchte mit dem BCB den Titel verteidigen, das ist mir sehr wichtig. Ich werde mich noch mal voll reinhängen."

Auf Einen Blick

Badminton-Nationalspielerin Carola Bott vom 1. BC Bischmisheim ist bei den mit 62 500 Euro dotierten German Open in Mülheim in der Qualifiikation ausgeschieden. Nach einem 21:13, 21:11 über die Russin Ekaterina Ananina unterlag Bott der Japanerin Sayaka Sato mit 17:21, 13:21. Heute beginnen die Hauptrunden in den fünf Diszplinen Herreneinzel und doppel, Dameneinzel und -doppel sowie im Mixed. mwe

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