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Darts-WM in London
Das Darts-Saarland drückt Gaga die Daumen

Für seine Freunde und Darts-Kollegen ist Gabriel Clemens (Mitte, im gelb-schwarzen Trikot) weiterhin der Kumpel aus Honzrath.
Für seine Freunde und Darts-Kollegen ist Gabriel Clemens (Mitte, im gelb-schwarzen Trikot) weiterhin der Kumpel aus Honzrath. FOTO: Heiko Lehmann
Düppenweiler. Gabriel Clemens aus Honzrath weiß bei seiner WM-Premiere in der kommenden Woche in London ein ganzes Land hinter sich. Von Heiko Lehmann

Die Vorbereitung auf die Darts-WM im Alexandra Palace in London (13. Dezember bis 1. Januar) geht in die heiße Phase. Zum ersten Mal ist mit Gabriel Clemens auch ein Saarländer dabei. Doch der 34-Jährige mag den Rummel um seine Person gar nicht so sehr und bereitet sich lieber ohne großes Tamtam in der Heimat vor. Wie am vergangenen Wochenende. Dennoch platze die Kneipe „In der Kreuzgass“ in Düppenweiler fast aus allen Nähten.


Düppenweiler liegt nur drei Kilometer entfernt von Honzrath, dem Heimatort von Clemens. Und selbstverständlich ließ es sich der 34-Jährige nicht nehmen, bei dem Turnier mitzumachen. „Hier bin ich zu Hause, hier sind meine ganzen Freunde. Warum soll ich denn jetzt plötzlich was anderes machen?“, sagt er.

Mehr als 60 Teilnehmer in der Kneipe klatschten mit Gaga, so der Spitznamen des Weltklasse-Spielers, ab und unterhielten sich lange mit ihm. Einer seiner besten Freunde ist Veysal Özdemir. Ihm gehört die Kneipe in Düppenweiler, er kennt Gaga seit der Kindheit. „Wir sind zusammen aufgewachsen und haben auch zusammen angefangen, Darts zu spielen. Bei Gaga hat man sofort gesehen, dass er anders und stärker ist. Sein Wurfstil und seine ruhige Art sind einzigartig“, sagt Özdemir, der mit Clemens auch zusammen in der Elektronic-Darts Bundesliga spielte. „Wenn Gaga gut drauf ist, ist er kaum zu schlagen. Ich glaube, dass er bei der WM unter die besten 16 kommen kann“, meint der 38-Jährige.



Thomas Klein ist ebenfalls ein begnadeter Darts-Spieler aus dem Saarland und kennt Gaga auch schon ewig. Beide spielten zusammen Bundesliga, und beide waren auch schon auf vielen Europameisterschaften. „Er hat das gewisse Etwas. Er ist unglaublich ruhig am Board. Und er ist mit Abstand der beste von uns“, sagt Klein, der zusammen mit Özdemir und anderen Saarländern Eintrittskarten für den Alexandra Palace in London hat.

Die WM beginnt am Donnerstag. Und am kommenden Sonntag um 12.30 Uhr ist es soweit. Dann wird Gaga gegen den 26-jährigen Engländer Aden Kirk seine WM-Premiere feiern. „Den schafft er. Gaga ist richtig stark. Wir alle drücken ihm die Daumen“, sagt Michael Kiebel aus Neunkirchen, ein weiteres Darts-Ass aus dem Saarland. Bei den German Darts Open im vergangenen April in der Saarlandhalle in Saarbrücken schlug Kiebel in der Qualifikation Robert Marijanovic mit 6:3. Marijanovic ist neben Max Hopp, Martin Schindler und Clemens der vierte Deutsche bei der WM. „Es macht schon stolz, einen WM-Teilnehmer zu schlagen. Aber wir haben im Saarland viele richtig gute Darts-Spieler. Den hätten auch andere schlagen können“, sagt Kiebel.

Vielen Spielern aus dem Saarland fehlt aber neben Beruf und Familie einfach die Zeit zum richtigen Training. Und ein Ausnahme-Talent wie Gaga hat sonst keiner. „Es macht einfach Spaß, ihm zuzusehen. Er wirft hier bei uns in seiner eigenen Liga“, sagt Frederic Hitzelberger vom Darts-Club Obere Saar.

Beim Turnier in Düppenweiler gab es an Gaga natürlich kein Vorbeikommen – der 34-Jährige dominierte die Konkurrenz und gewann. In der kommenden Woche warten nun die besten Spieler der Welt auf den Honzrather. Auf die Unterstützung aus dem Saarland kann Gabriel Clemens zählen. Wer keines der begehrten Tickets für den Alexandra Palace ergattern konnte, wird auf einer der Darts-Partys im Land oder am eigenen Fernseher das erste WM-Spiel von Gaga verfolgen (Sport1 überträgt live). Mehr Daumen könnten nicht gedrückt sein.