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Das Brawn-Märchen geht weiter

Barcelona. Die letzten 14 der 15 Sieger des Spanien-Grand-Prix gingen von Startplatz eins ins Rennen. Diesmal entriss Brawn-GP-Pilot Jenson Button in Barcelona mit einem Husarenritt in der Qualifikation dem deutschen Red-Bull-Fahrer Sebastian Vettel in letzter Sekunde den ersten Startplatz für das Rennen. Und er schien es geahnt zu haben Von SZ-Redakteur Walter Koster

Barcelona. Die letzten 14 der 15 Sieger des Spanien-Grand-Prix gingen von Startplatz eins ins Rennen. Diesmal entriss Brawn-GP-Pilot Jenson Button in Barcelona mit einem Husarenritt in der Qualifikation dem deutschen Red-Bull-Fahrer Sebastian Vettel in letzter Sekunde den ersten Startplatz für das Rennen. Und er schien es geahnt zu haben. "Hier ist die Pole Position die beste Ausgangsposition für einen Sieg. Bedingung ist allerdings, dass wir sauber durch die erste Kurve kommen, und das wird für uns alle schwierig", sagte der Brite.Button sollte Recht behalten. Die erste Kurve meisterten alle 20 Piloten sauber und ohne Zwischenfälle. Doch in Kurve zwei krachte es nur Sekunden nach dem Start ordentlich - mit reichlich Kleinholz und Trümmerregen. Toyota-Pilot Jarno Trulli kam nach einem Duell mit dem Wiesbadener Nico Rosberg im Williams von der Strecke ab, rutschte zurück auf die Piste und löste damit eine Kettenreaktion aus. Adrian Sutil (Gräfelfing) krachte als erster Trulli in den Wagen, anschließend kollidierten die beiden Toro-Rosso-Boliden von Sébastien Buemi (Schweiz) und Sébastien Bourdais (Frankreich). Alle vier Piloten entstiegen ihren Wracks unversehrt.Das Safety-Car setzte sich vor den Rest des Feldes, angeführt von Rubens Barrichello, der sich nach dem Start Teamkollege Button geschnappt hatte, gefolgt von Vettel und Massa. Fünf Runden lang hielt Bernd Mayländer als Safety-Car-Fahrer die Meute in Schach, bevor der Große Preis von Spanien zum zweiten Mal freigegeben wurde. Die beiden Brawn-Piloten setzten sich leicht ab und waren unter sich - vorne Barrichello, gefolgt von Button.Wie in der Vergangenheit lief im Fahrerfeld alles auf eine Sonntagnachmittags-Prozession hinaus. Aber wie so oft entschieden auf der kurvenreichen Strecke mit ihren langen Geraden die Strategen am Kommandostand. "Ich bin auf eine Zwei-Stopp-Strategie umgestellt worden", erklärte Button in der Pressekonferenz das interessante Fernduell um den Sieg. "Sorry, Rubens", bedauerte er seinen Teamkollegen Barrichello, der drei Mal zum Tanken an die Box musste - und somit den Sieg verlor. Der ewige Zweite machte gute Miene zu bösem Spiel. "Ich hatte Probleme mit meinen Reifen. Der dritte Satz war nicht mehr gut gewesen. Ich habe nur noch kämpfen müssen. Ich bin aber erleichtert mit Platz zwei, habe aber schon an den Sieg gedacht", erklärte Barrichello.Benzinprobleme für MassaVon einem Triumph war Sebastian Vettel diesmal weit entfernt. Ein völlig verkorkster Start - und der von Platz zwei ins Rennen gehende Hesse konnte danach nie an die Spitze vorrücken. Am Schluss klebte der China-Sieger am Auspuff von Felipe Massa. Als der Ferrari-Pilot wegen Benzinmangels nur noch um den Kurs schlich und sich mit Platz sechs ins Ziel rettete, fuhr Vettel drei Runden vor Schluss am Brasilianer vorbei auf Rang vier vor. Mit zwei Zählern und Platz sieben machte sich BMW-Pilot Nick Heidfeld ein unverhofftes Geschenk zum 32. Geburtstag gemacht. "Der Start war die entscheidende Situation, da habe ich von Platz 13 vier Plätze gutgemacht", sagte der Weltmeisterschafts-Neunte.