Darts-EM in Dortmund lockt 25.000 Fans an

EM in Westfalenhalle beginnt : Dortmunder Darts-Party mit 25 000 Anhängern

Heute beginnt die EM in der Westfalenhalle. Michael van Gerwen ist Favorit, der Saarländer Gabriel Clemens nicht dabei.

Direkt neben dem Dortmunder Fußball-Tempel werden in dieser Woche ganz andere feierwütige Massen als die BVB-Anhänger erwartet. Zum Beispiel im Teletubby-Kostüm, getarnt als Super-Mario oder verkleidet als Queen Elizabeth: Die Fantasie der Darts-Fans wird keine Grenzen kennen, wenn von diesem Donnerstag an (20 Uhr/DAZN) in der Dortmunder Westfalenhalle der Titel des Europameisters ausgespielt wird. Insgesamt 25 000 Besucher sollen bis zum Sonntag zum Darts-Fest kommen, bei dem Titelverteidiger Michael van Gerwen genauso antritt wie Weltmeister Rob Cross.

„Die Austragung der European Darts Championships in Deutschland ist eine grandiose Nachricht für alle Darts-Fans und Darts-Spieler des Landes“, sagte Max Hopp. Bis auf die Weltmeisterschaft in London und die Premier League, die hauptsächlich in Großbritannien ausgetragen wird, hat sich Deutschland zur Hochburg der Pfeilewerfer entwickelt. Gespielt wird in München, Hamburg, Frankfurt, Leverkusen – selbst in einer Kleinstadt wie Riesa oder einer Industriestadt wie Sindelfingen ist die Austragung absoluter Top-Turniere inzwischen zum Standard geworden. Und Saarbrücken nicht zu vergessen, in der Saarlandhalle wird im kommenden Jahr zum dritten Mal ein Turnier der European Tour stattfinden.

Zehntausende füllen die Hallen, auch die Einschaltquoten im TV steigen stetig. Und so kommt auch die EM zurück: Nach drei Jahren im belgischen Hasselt ist nun Deutschland wieder Gastgeber. 2018 in Dortmund, in einem Jahr in Göttingen. „Wir werden uns voll reinhängen, um bei diesem Wahnsinns-Event auch auf der Bühne für Höhepunkte zu sorgen“, sagte der zweite deutsche Starter Martin Schindler. Die Youngster Hopp und Schindler sind jeweils 21 Jahre alt, haben den Durchbruch in die absolute Weltspitze bisher nicht geschafft und hoffen bei Turnieren wie in Dortmund auf den großen Durchbruch. Die Bühne könnte passender nicht sein: rund 450 000 Euro Preisgeld, eines der wichtigsten Turniere der Welt und Top-Gegner aus der Elite.

Obwohl große Erfolge in Deutschland bisher fehlen, erfährt der Sport gerade hier immer mehr Zuspruch. Obwohl man auf dem Fernsehbild deutlich mehr erkennt als in der Halle, wenn die Scheibe durch den Abstand zur Bühne zu einem winzigen Punkt wird, kommen immer mehr Leute. Woran liegt das? „Es ist einfach eine geile Mischung aus Unterhaltung und Spaß. Außerdem geht es sehr, sehr schnell – das finden die Leute gut, denke ich“, beschrieb Branchenprimus van Gerwen den Reiz des Sports jüngst in einem Interview des Sportbuzzer.

Der Pfeilesport arbeitet mit festen Ritualen: Bekannte Songs werden immer wieder und lautstark eingespielt, die Profis werden beim Einmarsch wie Helden inszeniert, die Kostümierung wird zu einer Art Wettkampf unter den Fans. „Die Tour ist größer als jemals zuvor“, kündigte Werner von Moltke, Präsident von PDC Europe, bereits zum Jahresstart an. Mehr als 250 000 Fans waren in dieser Saison auf der Europa-Tour dabei, das große Finale folgt in der kommenden Woche in Wien.

In Dortmund gilt van Gerwen, der die EM zuletzt vier Mal in Serie gewann, als großer Favorit. „Die European Darts Championships waren bisher immer ein gutes Pflaster für mich“, kündigte „Mighty Mike“ an. Seine Konkurrenz bei dem Turnier in der Westfalenhalle sind die 31 stärksten Rivalen des European-Tour-Jahres 2018. Hopp und Schindler gehören dazu, der Saarländer Gabriel „Gaga“ Clemens nicht. Er wird in der Europa-Rangliste an Position 57 geführt.

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