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Darts: Eine Sportart im Aufschwung

Darts : Vom Kneipenspaß zur Boom-Sportart

Von solchen Zahlen können andere Sportarten nur träumen: Die Mitgliederzahlen steigen, die Zahl der Teilnehmer an Turnieren hat sich sogar vervierfacht. Keine Frage: Darts boomt – und ist längst mehr als ein Kneipen-Sport.

So richtig glauben kann es Roland Nelz immer noch nicht, wenn er durch die große Halle im Dorfgemeinschaftshaus in Geislautern blickt: Mehr als 50 Darts-Spieler und etwa 20 Spielerinnen sind Anfang Februar zum dritten Ranglistenturnier des Saarländischen Darts-Verbandes (SADV) gekommen. „Was in einem Jahr bei uns im Saarland passiert ist, ist echt der Wahnsinn. Ende des vergangenen Jahres waren es in der Herren-Konkurrenz sogar mehr als 80 Teilnehmer bei einem Turnier gewesen“, berichtet Nelz.

Er ist seit vergangenem Jahr der Präsident des SADV und hat das Amt von Johann Pelzer übernommen. Pelzer kam Anfang der 2000er Jahre ins Saarland und führte den am Boden liegenden Darts-Sport wieder nach vorne. Es wurde eine kleine aber feine Gemeinschaft, die sich zu Ranglisten-Turnieren traf und im Einzel sowie im Doppel Saarlandmeisterschaften ausspielte.

„Bis vor zwei Jahren kamen zu den Turnieren etwa 20 Spieler, mittlerweile ist es das Vierfache. Auch unsere Mitgliederzahl hat sich auf 250 verdoppelt – und der Zuwachs ist immer noch sehr stark“, sagt Roland Nelz.

Zwei Gründe sieht der Präsident als ausschlaggebend für den aktuellen Darts-Boom im Saarland. Zum einen ist da Gabriel Clemens, der bislang beste saarländische Darts-Spieler. Der 36-jährige Saarwellinger hat in den beiden vergangenen Jahren die weltweite Profi-Darts-Szene gerockt und sich unter die besten 40 Spieler der Welt gespielt.

Zweimal war Clemens bereits bei der Darts-Weltmeisterschaft in London am Start. „Das hat noch nie ein Saarländer geschafft. Gabriel hat das Ganze ins Rollen gebracht. Danach waren wir gefordert zu reagieren“, sagt Nelz.

Eine Reaktion war die Anschaffung einer 16 Boards großen Darts-Anlage des SADV. Zudem ist der Verband für die Austragung seiner Turniere in Hallen umgezogen. „Wir haben die Turniere vor zwei Jahren noch in Kneipen gespielt. Das ging aber mit der steigenden Teilnehmerzahl nicht mehr. Wir sind dadurch auch etwas weggekommen von dem Kneipen-Image, das Darts immer hatte“, so der Präsident.

Das neue Präsidium und viele Helfer des SADV haben die Ärmel hochgekrempelt und dem Darts-Boom noch einen Schub gegeben. Neue Unternehmen konnten als Sponsoren gewonnen werden. „Im Nachwuchsbereich haben wir bei den Mitgliedern sogar um 200 Prozent zugelegt. Wir sind derzeit dabei, Konzepte zu erarbeiten, wie wir unsere Talente noch gezielter fördern können. Wir stehen erst am Anfang einer neuen Entwicklung im Darts-Sport“, sagt Nelz.

Beim SADV wird Steel-Darts gespielt, also Pfeile mit Metallspitzen werden in Boards geworfen. Die zweite gängige Darts-Art ist das elektronische E-Darts, bei dem die Spitzen aus Plastik sind und auf Automaten geworfen werden. Beim Spiel auf Automaten muss man Geld einwerfen, dafür rechnet aber der Computer im Automaten automatisch die Punktzahlen. Der Deutsche Sportautomaten-Bund (DSAB) ist der große Gegenspieler des SADV, wobei es keine Konkurrenz gibt. „Im Gegenteil: So gut wie alle Steel-Darts-Spieler spielen auch E-Darts. Bei beiden gibt es mehrere Ligen und auch Turnierformen. Wir freuen uns generell darüber, dass insgesamt wieder mehr Darts gespielt wird“, sagt Nelz, der sich mit seinem Team aktuell auf das sechste Ranglistenturnier am 1. März wieder in Geislautern vorbereitet.

Volle Halle: Die Zahl der Teilnehmer bei den Darts-Saarlandmeisterschaften (Foto) oder anderen Turnieren steigt seit Jahren sprunghaft. Foto: Lehmann
Roland Nelz, Präsident des Saarländischen Darts-Verbandes. Foto: Lehmann

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