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Damals Bewunderer, heute Vorbilder

Damals Bewunderer, heute Vorbilder

Saarbrücken. Aufgeregt und kichernd wuseln fast 30 Kinder umher - mit Blumen in der Hand und Zetteln, auf denen ihre drei Vorbilder unterschreiben sollen. "Früher waren wir immer nervös, wenn die Großen gekommen sind", erinnert sich Sportgymnastin Mira Bimperling, mit Blumen und Glückwünschen überhäuft, "jetzt sind wir die Stars

Saarbrücken. Aufgeregt und kichernd wuseln fast 30 Kinder umher - mit Blumen in der Hand und Zetteln, auf denen ihre drei Vorbilder unterschreiben sollen. "Früher waren wir immer nervös, wenn die Großen gekommen sind", erinnert sich Sportgymnastin Mira Bimperling, mit Blumen und Glückwünschen überhäuft, "jetzt sind wir die Stars." Beim Empfang an der Saarbrücker Hermann-Neuberger-Sportschule scheint der Wirbel um sie, Cathrin Puhl (beide vom TV Rehlingen) und Laura Jung (TV St. Wendel), grenzenlos. Denn: Bei der WM vergangene Woche in Montpellier haben sich Puhl und Bimperling für die Olympischen Spiele 2012 qualifiziert."Ein unglaubliches Ergebnis, wenn man fast zwölf Jahre zurückblickt", findet Gerd Meyer, Präsident des Landessportverbandes für das Saarland (LSVS), und erinnert daran, dass zuletzt im Jahr 2000 die Gruppe der Rhythmischen Sportgymnastik bei den Spielen vertreten war. Damals waren mit Friederike Arlt und Jessica Schumacher auch zwei Saarländerinnen dabei. Als die beiden Rehlingerinnen in Sydney den vierten Platz belegten, schauten Bimperling, Puhl und Jung als Nachwuchs-Gymnastinnen zu ihren Vorbildern auf, waren die Bewunderer der Erfolgreichen.

"Die Zeit geht so schnell vorbei. Heute turne ich schon wieder gegen meine Vorbilder", sagt Laura Jung, abseits der Nachwuchs-Horde an der Sportschule. Jung ist nicht wie Mira Bimperling und Cathrin Puhl in der Gruppe gestartet, sondern nahm als Einzel-Gymnastin an der WM teil. Mit ihrem 19. Platz (103,525 Punkte) hat sie zwar die direkte Olympia-Qualifikation verpasst, kann aber im Januar bei einem vorolympischen Wettbewerb in London nachträglich das Ticket lösen. "Ich muss jetzt an meiner Sicherheit trainieren", erklärt die 16-Jährige, zufrieden über ihr Abschneiden: "Ich habe alle Übungen auf meinem Maximum durchgeturnt."

Das Maximum hat bei Puhl und Bimperling in der Gruppe für den sechsten Rang im Mehrkampf gereicht - die direkte Olympia-Qualifikation. "Der Druck war extrem groß", erklärt Cathrin Puhl, "am ersten Tag waren wir sehr nervös, man hat die Anspannung innerhalb der Mannschaft auch gemerkt. Erst beim Finale waren wir befreiter." Als insgesamt 52,625 Punkte auf der Anzeigetafel aufleuchteten, "haben wir nur noch geheult und geschrien", sagt Mira Bimperling und lacht.

Zwei Wochen müssen sich die erfolgreichen Sportlerinnen, die am Stützpunkt in Schmiden trainieren, nun nicht mit Ball, Reifen und Band verbiegen. "Wir haben erstmal frei", sagt Puhl, "und wir besuchen unseren Verein in Rehlingen" - wo wieder Dutzende Mini-Gymnastinnen auf die neuen Vorbilder mit großen Augen warten. "Wir haben nur noch geheult und geschrien."

Mira Bimperling nach der Qualifikation

 Laura Jung, Cathrin Puhl und Mira Bimperling mussten dem Nachwuchs viele Fragen beantworten.
Laura Jung, Cathrin Puhl und Mira Bimperling mussten dem Nachwuchs viele Fragen beantworten.

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