Dallas Mavericks haben einen neuen Nowitzki verpflichtet

Basketball : Mavericks haben einen neuen Nowitzki

Der deutsche Superstar wird nach der Saison wohl aufhören. Kristaps Porzingis ist sein Nachfolger.

Kristaps Porzingis gerät ins Schwärmen, wenn er über Dirk Nowitzki redet. „Dirk ist mein Vorbild, eine Legende des Spiels. Er ist auf einem komplett anderen Level“, sagt der Lette über den Deutschen. Seit Freitag ist klar, dass Porzingis bei den Dallas Mavericks in die Fußstapfen seines Idols treten soll.

In einem spektakulären Spielertausch mit den New York Knicks verpflichteten die Mavericks den 23-Jährigen, dessen Spielweise an die des jungen Nowitzki erinnert. „Damals habe ich zusammen mit meinem Bruder nächtelang seine Höhepunkte angeschaut. Er ist jemand, zu dem ich aufblicke“, sagt Porzingis. Der inzwischen 40-jährige Nowitzki, der nach dieser Saison seine atemberaubende Karriere vermutlich beendet, gibt das Lob umgehend zurück: „Wenn du die Chance hast, einen Spieler solchen Kalibers zu holen, musst du es tun.“

Neben Porzingis kommen Tim Hardaway Jr., Trey Burke und Courtney Lee zu den Mavericks. Sie lassen dafür Dennis Smith Jr., DeAndre Jordan und Wesley Matthews sowie zwei erst später feststehende Talente ziehen. Doch das Geschäft birgt auch Gefahren. Porzingis hat seit seinem Kreuzbandriss im Februar 2018 kein Spiel mehr bestritten, zuvor war er Topscorer der Knicks und kam im Schnitt auf 22,9 Punkte und 6,7 Rebounds pro Spiel.

Geht der riskante Deal auf, haben die Texaner neben dem slowenischen Youngster Luka Doncic einen weiteren Spieler, der für lange Zeit das Gesicht der Mavericks werden kann. Die beiden Europäer schätzen sich und könnten eines der Erfolgsduos der kommenden Jahre werden. „Luka hat grandioses Potenzial, ich traue ihm eine ganz große Karriere in der NBA zu“, sagt Porzingis über seinen neuen Mitspieler.

Und der Lette meint es offenbar ernst. Sein Vertrag läuft im Sommer aus, er kann dann eigentlich den Markt sondieren. Nach übereinstimmenden Informationen verschiedener US-Medien hat Porzingis Dallas jedoch zugesichert, dies nicht zu tun und sich langfristig an den Club zu binden, sofern dieser mit den Qualitäten des legitimen Nowitzki-Nachfolgers zufrieden ist.

Dafür muss Porzingis an die Zeiten vor seiner Verletzung anknüpfen, die ihn zum Hoffnungsträger der Knicks gemacht hatten. Deren Trainer David Fizdale flog sogar extra nach Lettland, um die Familie seines Supertalents kennenzulernen. Doch die Schmeicheleien blieben ohne Erfolg. Stattdessen zieht es Porzingis nun zu Nowitzki, der ab sofort sein Mentor werden soll. Trotz seiner Körpergröße von 2,21 Metern ist der Lette sehr beweglich, hat zudem einen hervorragenden Distanzwurf – seine außerordentlichen Fähigkeiten brachten ihm in der NBA bereits den Spitznamen „Unicorn“ (Einhorn) ein.

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