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Coronavirus Pandemie: 1. FC Saarbrücken hofft auf baldigen Trainingsstart

Kostenpflichtiger Inhalt: Wann dürfen die Saar-Regionalligisten wieder trainieren? : FCS hofft auf baldigen Trainingsstart

Wann und wie können die Profis der drei saarländischen Fußball-Regionalligisten wieder auf den Platz?

Ein wenig Ablenkung in einer Zeit, wo das Coronavirus das bestimmende Thema ist, täte sicher vielen Menschen gut. Neben den massiven wirtschaftlichen Argumenten ist dies sicher ein Grund, den die Fußball-Bundesligisten für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebes ins Feld führen können. Hinter den Kulissen arbeitet die Deutsche Fußball Liga (DFL) fieberhaft an Szenarien, wie vielleicht schon im Mai der Ball wieder rollen könnte. „Die Liga hat ihre Ideen, damit es Ende April wieder los gehen könnte“, sagte Armin Laschet (CDU), der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, „eines ist aber klar: ohne Zuschauer.“ Fast zwei Drittel der Teilnehmer einer Umfrage des Sportmagazins „kicker“ könnten mit solch einer Regelung gut leben.

Die Bundesliga-Clubs haben – mit Ausnahme des SC Freiburg – in dieser Woche das Training wieder aufgenommen. Je nach Bundesland kann in Kleingruppen zwischen vier und acht Spielern nun wieder gemeinsam gekickt werden.

Davon sind die drei saarländischen Regionalligisten noch weit entfernt. Doch letztlich bestehen auch ihre Mannschaften aus rein professionellen Fußball-Spielern. Arbeitnehmern also, die ihrem Beruf nachgehen möchten.

„Man muss in aller Demut anerkennen, dass es einen Unterschied zwischen der Regionalliga und dem absoluten Hochleistungssport gibt. Und darum muss man anerkennen, wenn die Behörden irgendwo eine Linie ziehen“, sagt Lukas Kwasniok, der Trainer des 1. FC Saarbrücken. Der Fußball-Lehrer hat für die derzeitige Trainingssituation nicht nur der Kicker eine humorvolle Analogie: „Einzeltraining ist wie Radfahren auf dem Klapprad, Kleingruppe ist wie E-Bike. Aber am liebsten fahren wir doch alle Auto, sprich Mannschaftstraining.“

An der Saarbrücker Hermann-Neuberger-Sportschule sollen die Athletinnen und Athleten anderer Sportarten unter strengen Auflagen wieder trainieren können. Auf welcher Basis diese Ausnahmegenehmigung erteilt werden kann, wird im Innenministerium aktuell abgestimmt. „Wir reden da von einer Gruppe von 20 bis 25 Personen“, sagt LSVS-Präsident Adrian Zöhler, der als Vize-Präsident des Saarländischen Fußballverbands natürlich auch die Interessen der Regionalliga-Vereine im Auge hat: „wir sind in engem Austausch mit den Clubs und dem Innenministerium und prüfen, wann in nächster Zeit das Training wieder aufgenommen werden kann.“

Ob ein Wiedereinstieg in den Trainingsbetrieb Auswirkungen auf eventuelle Kurzarbeiterregelungen hat, müssen Steuerexperten und Arbeitsrechtler klären. Beim FCS gibt es derzeit ohnehin keine Kurzarbeit. Der Verein nimmt aber auch sonst eine Ausnahmestellung ein, schließlich soll ja auch das DFB-Pokal-Halbfinale gegen Bundesligist Bayer Leverkusen irgendwann einmal ausgetragen werden.

Der Regionalliga-Tabellenführer ist gegen das Spitzenteam ohnehin krasser Außenseiter, die fehlende Zuschauerunterstützung bei einem Geisterspiel würde die Aufgabe nicht erleichtern. Und wenn man nun nicht einmal trainieren kann, wäre die Partie gegen einen austrainierten Champions-League-Kandidaten sportlich wohl mehr eine Farce denn ein Spiel für die Geschichtsbücher. „Ich gehe davon aus, dass das Pokalspiel in den kommenden Tagen für Ende Mai terminiert wird und es dann für uns eine Sonderregelung geben wird analog der Bundesligisten“, sagt Kwasniok, „man hat ja dann ein festes Pflichtspiel. Darum ist es auch nicht mit der Regionalliga zu vergleichen.“

Das sieht auch Nils Ole Book vom direkten FCS-Verfolger SV Elversberg so. „Man muss schon sehr kritisch hinterfragen, ob es Sinn macht, die Jungs einem Risiko auszusetzen, wenn aktuell kein Spielbetrieb ansteht“, sagt der Sportdirektor der SVE, „darum stellt sich für uns die Frage nach Kleingruppen-Einheiten aktuell nicht. Ich denke, wir sind uns sowieso einig, dass an Mannschaftstraining nicht zu denken ist.“ Nachgedacht wird viel – auch über die Fortsetzung der Saison. „Wir wünschen uns natürlich, dass die Entscheidung über den Aufstieg auf sportlichem Weg zustandekommt“, sagt Book übereinstimmend mit seinem Saarbrücker Kollegen Marcus Mann, „ob allerdings weitergespielt werden kann, werden Mediziner und Politik für uns entscheiden.“

Für Peter Junkes, den Mannschaftsarzt des FC Homburg, wäre Kleingruppen-Training unter Beachtung der Hygieneregeln und unter Vermeidung von Zweikämpfen möglich. Vor Wiederbeginn des Spielbetriebs „und dann regelmäßig, müssten die Spieler auf das Virus getestet werden.“

Über das Ob und Wie wird also sicher weiterdiskutiert werden. Der saarländische Minister für Inneres und Sport, Klaus Bouillon (CDU), möchte sich an diesem Mittwoch zur Thematik äußern.