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Corona-Virus stoppt die Laufszene im Saarland

Lauf-Veranstaltungen : Das Corona-Virus stoppt auch die Lauf-Szene

Fast alle Veranstaltungen im März und April sind abgesagt. Das stellt Vereine und Dienstleister vor teils massive Probleme.

Weltweit steht fast die gesamte Sportwelt still. Auch die Volkslauf-Szene im Saarland ist betroffen. Ein verlässlicher Ausblick auf die Frühjahrs-Saison ist kaum möglich. Sicher ist nur, dass bis Ende April alle regionalen Lauf-Veranstaltungen abgesagt sind. Unter den Absagen leiden die Sportler, vor allem aber die Vereine und Dienstleister, die zusätzlich die finanziellen Auswirkungen spüren.

Als erste Lauf-Veranstaltung im Saarland wurde der für den vergangenen Sonntag geplante 39. Deutsch-Französische Straßenlauf vom Corona-Virus gestoppt. Dabei sollte auch die Halbmarathon-Meisterschaft des Saarländischen Leichtathletik-Bundes (SLB) ausgetragen werden. Der SLB hat seinen Vereinen ebenfalls am Sonntag empfohlen, bis zum 26. April auf alle Veranstaltungen zu verzichten. Am kommenden Wochenende sind der 17. Freundschaftslauf des TV Rußhütte und die 16. Etappe des Saarland-Laufs von Dreisbach nach Rehlingen von Absagen betroffen. Ebenso die 17. Etappe am 5. April und die 18. Etappe am 19. April. „Der Saarland-Lauf wird bis auf Weiteres pausieren“, teilt Organisator Dirk Eichler-Uebel von der LAG Saarbrücken mit.

Auch die für den 29. März geplante Premiere des „Piesbacher Frühlings-Erwachens“ wurde jetzt vom TV Piesbach abgesagt. Für den April gibt es ebenfalls eine Reihe von Absagen. Betroffen sind: der Garten-Reden-Haldenlauf in Landsweiler-Reden (5. April), die saarländischen Schullaufmeisterschaften (8. April), die Premiere des Oster-Trails in Weiskirchen (11. April), der Zwei-Seen-Panoramalauf in Otzenhausen (19. April) sowie der Stadtlauf St. Ingbert (24. April) und der St. Wendeler Marathon (26. April). Wie es im Mai weitergeht, ist angesichts der nicht absehbaren Entwicklung offen.

Die Veranstalter denken zwar an die Gesundheit der Sportler, müssen aber auch die wirtschaftlichen Folgen bedenken. Die Vereine bekommen keine Startgelder, bleiben aber auf den entstandenen Vorlaufkosten für Werbung und Organisation sitzen. Betroffen sind vor allem aber auch Dienstleister, wie die im Saarland führende Zeitmess-Firma Meisterchip. Knapp 50 Veranstaltungen betreuen die Mettlacher im Jahr. „Allein bis Ende April fehlen 15 000 Euro Umsatz“, klagt Inhaber Wolfgang Kiefer. Sollte sich das fortsetzen, stehe er bis Ende Mai mit etwa 30 000 Euro im Soll. Anfang des Jahres habe er 30 000 Transponder für 18 000 Euro gekauft – die Rechnung werde im Juni fällig. Und im Februar habe er drei neue Zeitmess-Systeme für 14 500 Euro bestellt. Die monatlichen Fixkosten für Personal, Leasing und Versicherung betragen 1500 Euro, „auch in der Winterzeit, wenn wir keine Aufträge haben“. Der Umsatz breche gerade komplett weg. Das sei „für unser kleines Unternehmen ohne Hilfe nicht mehr zu stemmen“.

In der vergangenen Woche hat Wolfgang Kiefer bereits über die Behörden-Hotline nach Hilfe gefragt. Er brauche dringend einen Überbrückungskredit, um diese schwierige Situation zu meistern, habe aber noch keine Antwort bekommen: „Klar sind die überlastet, aber die, die von mir Geld wollen, interessiert das nicht“, sagt Kiefer.

Generell behalten sich viele Veranstalter für den Mai die Entscheidung noch vor, warten die Entwicklung ab. Für einige ist eine Verschiebung auf den Sommer oder Herbst eine Option. So sind die saarländischen Schullaufmeisterschaften bereits für den 8. Oktober neu terminiert, aus dem Weiskircher Oster-Trail wird ein Nikolaus-Trail (5. Dezember).

Eine deutschlandweite Termin-Übersicht gibt es im Internet unter www.laufreport.de oder www.lauftreff.de. Da Absagen oft kurzfristig erfolgen, sollte man zudem auf den Seiten der jeweiligen Veranstaltung nachschauen, ob der Lauf tatsächlich stattfindet.