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Schwimmen
Fildebrandt löst WM-Ticket

 Schwimmer Christoph Fildebrandt hat die Fahrkarte für die WM in Südkorea bereits in der Tasche.
Schwimmer Christoph Fildebrandt hat die Fahrkarte für die WM in Südkorea bereits in der Tasche. FOTO: Oliver Dietze
Saarbrücken. Schwimmer fährt mit der Staffel nach Südkorea. SSB weiter ohne Präsident.
Mark Weishaupt

Nach dem mutmaßlichen Aus von Freiwasserschwimmer Andreas Waschburger in der Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele 2020 hat nur noch ein Schwimmer des Saarländischen Schwimmbundes (SSB) Chancen auf eine Teilnahme nächstes Jahr in Tokio: Christoph Fildebrandt. Der Beckenschwimmer könnte in Japan seine dritten Olympischen Spiele erleben.


Dafür schuftet der 29-Jährige hart – und hat in der vergangenen Woche die ersten wichtigen Schritte in Richtung „Olympia-Hattrick“ gemacht. Im norwegischen Bergen und im schwedischen Stockholm standen wichtige Qualifikations-Wettkämpfe für die WM im südkoreanischen Gwangju (12. bis 18. Juli) an. Nur wer dort dabei ist, wahrt seine Chancen auf Olympia.

Und „Filde“ lieferte: In Bergen liefen die 100 Meter Freistil nach einer zwölf Stunden langen Anreise eher durchwachsen – die 50 Meter Freistil dafür umso besser. Als Dritter des Wettkampfs schlug Fildebrandt in 22,69 Sekunden an – neuer Saarlandrekord. Den großen Schritt in Richtung WM-Qualifikation vollführte er dann beim Swim Cup in Stockholm. Dort legte er als Zweiter 49,15 Sekunden über die 100 Meter Freistil hin.



„Das ist meine zweitbeste Zeit, die ich jemals für das Saarland geschwommen bin“, freut sich Fildebrandt. In der internen deutschen Rangliste für die 4x100-Meter-Staffel liegt Fildebrandt damit derzeit auf Platz drei – nur eine Hundertstel hinter Damian Wierling. „Die Zeit ist gut, und ich denke, dass ich damit sicher in der WM-Staffel schwimmen werde“, schätzt Fildebrandt ein: „Ich nehme mir für dieses Jahr aber trotzdem eine 48er Zeit vor.“ Die Einzel-Norm für die WM liegt bei 48,5 Sekunden. „Mein Ziel ist es, gesund durch die Restsaison zu kommen und im Sommer zu zeigen, was der dann 30-Jährige so draufhat“, sagt „Filde“ und lacht.

Nicht zum Lachen ist derzeit die Situation im Präsidium des Saarländischen Schwimmbundes (SSB). Für den bisherigen Präsidenten Martin Bartels, der Ende März aus beruflichen Gründen seinen sofortigen Rücktritt erklärt hatte, gibt es derzeit noch keinen Nachfolger. Beim Verbandstag des SSB am Dienstagabend an der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken fand sich niemand, der in Bartels’ Fußstapfen treten wollte. Das bisherige Präsidium erklärte sich nach SZ-Informationen bereit, die Geschäfte vorläufig weiterzuführen. Bei einem außerordentlichen Verbandstag, der noch nicht terminiert ist, soll dann eine neue Präsidentin oder ein neuer Präsident gewählt werden – wenn denn ein Kandidat gefunden wird.