| 21:37 Uhr

DFB-Pokal
Chemie Leipzig ist bereit für den Klassenkampf

Leipzig. Nach dem grün-weißen Wunder sind die Pokal-Helden von Chemie Leipzig bereit für den „Klassenkampf“ gegen den ungeliebten Stadtrivalen. „Wir würden uns freuen, wenn wir jetzt RB bekommen könnten. sid

Dadurch, dass wir dann unter Flutlicht spielen, hätte das noch mal eine besondere Brisanz“, sagte der Vorstandsvorsitzende Frank Kühne. Nicht nur Kühnes Wunschlos für die Auslosung der zweiten DFB-Pokalrunde am Sonntag ist Fußball-Bundesligist RB Leipzig. Das von einem österreichischen Getränke-Konzern mit etlichen Millionen hochgezogene Projekt ist so ziemlich das Gegenstück von Chemie. Die BSG schaffte trotz großer Tradition nie den Sprung in den Profifußball, durchlief nach der Wende aber gleich drei Insolvenzverfahren. Doch zurzeit läuft es prima für den Club aus dem Leipziger Stadtteil Leutzsch: Tabellenführer in der Oberliga und Sensationssieger im Pokal gegen den Zweitligisten Jahn Regensburg (2:1).


Nach dem Abpfiff herrschte ein Ausnahmezustand im Alfred-Kunze-Sportpark: Viele der 4999 Fans stürmten den Rasen und umarmten die Spieler, fast alle hatten Freudentränen in den Augen. „Der Sieg ist für unsere Fans, sie waren heute der zwölfte, dreizehnte und vierzehnte Mann“, sagte Kai Druschky, der mit seinem 25-Meter-Hammer für den umjubelten Siegtreffer in der Nachspielzeit (90.+1) gesorgt hatte. „Wie ich den Ball getroffen habe, kann ich selbst nicht fassen. Danach habe ich nur gedacht: Bitte senke dich, bitte senke dich“, sagte er: „Heute Abend trinken wir das eine oder andere Bierchen. Morgen erwartet mich mein Chef aber im Büro.“ Am Montagmorgen um kurz nach acht stand Druschky tatsächlich im Immobilienbüro auf der Matte. Doch sein Chef schickte den Angreifer zur Mittagszeit wieder nach Hause.