Cheftrainer Kwasniok nimmt beim 1. FC Saarbrücken die Arbeit auf

FCS-Trainingsauftakt : Schichtbeginn für Lokomotivführer Lukas

Cheftrainer Kwasniok nimmt beim 1. FC Saarbrücken die Arbeit mit der Mannschaft auf. Über 400 Anhänger kamen zum Training.

„Ich bin froh, dass ich die Lokomotive sein darf, die den Zug hier ziehen soll“, hatte Lukas Kwasniok, der neue Trainer des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken, bei seiner Vorstellung kurz vor dem Jahreswechsel gesagt. Um 15.13 Uhr betrat der 37-jährige Fußball-Lehrer am Freitag beim Trainingsauftakt der Blau-Schwarzen das FC-Sportfeld. „Marcus Mann hat mich vorgewarnt, dass ein bisschen was los sein wird“, sagte Kwasniok nach der ersten Einheit, zu der über 400 Fans gekommen waren, „dass ist schon ein bisschen verrückt und ein Grund, warum ich hier bin.“

Als „Tender“ der Lokomotive soll künftig Bernd Heemsoth fungieren. Der 53-jährige Ex-Profi von Hannover 96 wird ab sofort als Co-Trainer beim FCS arbeiten – eine Rolle, die er unter anderem beim Ligarivalen SV Elversberg unter Cheftrainer Karsten Neitzel schon bekleidet hat. „Der Anruf von Sportdirektor Marcus Mann kam glaube ich an Heiligabend. Wir kennen uns aus der gemeinsamen Zeit in Wiesbaden“, sagte Heemsoth, der wie der Cheftrainer einen Vertrag bis Saisonende hat, der sich im Falle des Aufstiegs um ein Jahr verlängert. „Wir wollten jemanden mit Lebenserfahrung und Erfahrung als Co-Trainer. Jemanden, der absolut loyal ist“, sagte Kwasniok über seine neue rechte Hand, „ich glaube, mit Bernd haben wir die ideale Besetzung gefunden.“

Den Mannschaftsrat hatte der neue Cheftrainer bereits am Donnerstag getroffen, die gesamte Mannschaft dann am Freitag. „Nachdem er unterschrieben hat, hatte er ja bei allen angerufen, jetzt haben wir auch ein Gesicht zur Stimme“, sagte FCS-Kapitän Manuel Zeitz, der vor dem Winterurlaub den Rasierer in der Kabine vergessen hat und mit einem Vollbart zum Trainingsauftakt erschien, „ich hatte nicht oft Trainerwechsel in der Winterpause. Die erste Ansprache war gut, er hat uns emotional gepackt.“

Einer der mit seiner positiven Art für die Mannschaft wichtig ist, feierte am Freitag seinen 30. Geburtstag. So war für José Pierre Vunguidica der Trainingsauftakt in verschiedener Hinsicht ein Neubeginn. „Es ist ein besonderer Tag, aber ich fühle mich nicht älter als gestern“, scherzte Vunguidica, „ich hatte in der Vergangenheit nicht die Einsatzzeiten, die ich mir gewünscht habe. Natürlich wittert man bei einem Trainerwechsel seine Chance. Aber das geht allen so. Alle sind hochmotiviert.“

Nicht auf dem Feld standen Abwehrspieler Anthony Barylla (Grippe) und Torwart Patrick Herbrand (Mandelentzündung). Sie sollen am Montag wieder dabei sein. Stürmer Sebastian Jacob hingegen fällt noch länger aus. „Der Heilungsverlauf nach meiner Knieoperation ist bislang optimal“, sagte der Saarlouiser, der sich zurzeit im Aufbautraining befindet, „ich denke, dass ich im Trainingslager wieder mit der Mannschaft trainieren kann.“ Vom 19. bis 28. Januar will man im türkischen Belek sich intensiv auch auf das DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den Karlsruher SC am 5. Februar vorbereiten.

Personelle Veränderungen sind beim FCS vorerst nicht geplant. „Wir wollen mit den vorhandenen Spielern in die Restrunde gehen“, sagte Sportdirektor Mann, „es gab auch bislang keine Anfrage, dass uns jemand verlassen möchte.“ Dennoch werde man die Augen offen halten. „So mancher Winterzugang hat schon richtig eingeschlagen“, sagte Kwasniok, „wir haben Zeit bis Ende Januar, und es wäre doch fahrlässig, den Markt nicht zu beobachten.“ Als Testspieler wird Meriton Kastrati wohl noch mal beim FCS vorbeischauen. Der U21-Nationalspieler des Kosovo war Anfang Dezember schon in Saarbrücken, konnte aber wegen des Trainerwechsels nicht so in Augenschein genommen werden, wie das beide Seiten gerne wollten. Kastrati wurde bei Grasshoppers Zürich ausgebildet und kann rechter Verteidiger und defensives Mittelfeld spielen.

Das erste Training ließ erwartungsgemäß kaum Rückschlüsse auf die Arbeitsweise des neuen Trainers an. die methodische Arbeit begint mit den Einheiten am Wochenende. „Nächste Woche im Test gegen den Zweitligisten Darmstadt 98 hoffe ich schon die ersten Abläufe erkennen zu können“, blickte Cheftrainer Kwasniok voraus, „heute war zum Kennenlernen.“