Champions League beginnt mit Knaller

Champions League beginnt mit Knaller

Saarbrücken. Wenn der Tischtennis-Bundesligist 1. FC Saarbrücken an diesem Sonntag um 16 Uhr in der Joachim-Deckarm-Halle gegen Fakel Orenburg in die diesjährige Champions-League-Saison startet, kann schon mal ein Superlativ bemüht werden

Saarbrücken. Wenn der Tischtennis-Bundesligist 1. FC Saarbrücken an diesem Sonntag um 16 Uhr in der Joachim-Deckarm-Halle gegen Fakel Orenburg in die diesjährige Champions-League-Saison startet, kann schon mal ein Superlativ bemüht werden. "Da kommt die beste Mannschaft Europas, vielleicht sogar die beste der Welt", sagt der sportliche Leiter des FCS, Erwin Berg, über den Titelverteidiger aus Russland.Ob Orenburg tatsächlich dem Vergleich mit den weltbesten Chinesen standhält, ist an dieser Stelle müßig zu hinterfragen. Fest steht aber, dass die Russen mit einer beeindruckenden Aufstellung ins Saarland reisen. Mit dem deutschen Olympia-Bonzemedaillengewinner im Einzel und mit der Mannschaft, Dimjitrij Ovtcharov (Neunter der Weltrangliste), dem weißrussischen Weltranglisten-14. Vladimir Samsonov und Alexey Smirnov (42.), der vor einigen Monaten noch den 20. Platz in der Weltrangliste belegte, treffen FCS-Topspieler Bastian Steger und seine Kollegen so ziemlich auf das Beste, was Europa im Tischtennis derzeit zu bieten hat.

"Das lässt sich nur schwer steigern", bestätigt Steger die Topfavoritenrolle Orenburgs in der europäischen Königsklasse neben den Dauer-Favoriten von Borussia Düsseldorf. "Düsseldorf gegen Orenburg ist ein realistisches Finale. Alles andere wäre eine Überraschung", sagt der Saarbrücker Top-Spieler.

Bei allem Respekt vor dem Gegner will Steger, der zusammen mit Ovtcharov Mannschafts-Bronze in London gewonnen hat, die eigenen Chancen aber auch nicht kleiner reden, als sie sind. "Wir sind nicht chancenlos", stellt Steger klar, dass die Saarländer festen Willens sind, dem Favoriten Paroli zu bieten. Eine wichtige Rolle spielen für den 31-Jährigen die Zuschauer in der Halle. "Wenn die Bude voll wird, wird das ein ganz interessantes Spiel", prophezeit der Weltranglisten-27. und erinnert an das großartige Halbfinal-Hinspiel in der vergangenen Saison, als der FCS vor großer Kulisse UMMC Ekatarinburg sensationell mit 3:0 aus der Halle fegte und am Einzug ins Endspiel danach nur hauchdünn scheiterte.

Steger freut sich besonders auf ein Wiedersehen mit Ovtcharov, nicht zuletzt weil er gegen den in der Ukraine geborenen Nationalmannschafts-Kollegen, den alle "Dima" rufen, im direkten Vergleich eine positive Bilanz aufzuweisen hat. "Ich habe gegen Dima meistens nicht schlecht ausgesehen. Die letzten Matches gegen ihn habe ich gewonnen", erinnert sich Steger vor allem an die beiden Finals bei den deutschen Einzel-Meisterschaften 2011 und 2012, als er jeweils Ovtcharov trotz deutlichem Satzrückstand noch niederkämpfen konnte. "Aber er ist natürlich trotzdem der Favorit", sieht Steger den Druck dennoch beim eventuellen Gegner.

Erstes Ziel der Saarbrücker ist es, in der von 16 auf zwölf Teams reduzierten Champions League die eigene Gruppe A, in der auch noch die Franzosen GV Hennebont vertreten sind, zu überstehen und ins Viertelfinale einzuziehen. Ein Sieg gegen Orenburg wäre dabei ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Hintergrund

Fakel Orenburg, erst 2001 gegründet, hat vier Mal die russische Meisterschaft (2005, 2006, 2008 und 2011) sowie zwei Mal den Pokal (2006, 2009) gewonnen. Mit Ovtcharov, Samsonov und Smirnov stellen die Russen nach Weltranglistenplatzierungen die stärkste Mannschaft Europas.

Die zwölf Champions-League-Teilnehmer verteilen sich in dieser Saison auf vier Gruppen zu jeweils drei Startern. Die beiden Erstplatzierten erreichen das Viertelfinale, für den Dritten geht es im ETTU-Pokal weiter.

Weitere Termine des FCS in der Gruppe A: 6. Oktober (19.30 Uhr): GV Hennebont - FCS; 30. November (Uhrzeit offen): Fakel Orenburg - FCS; 21. Dezember (19 Uhr): FCS - GV Hennebont. rti