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Bundeskartellamt eröffnet Verfahren gegen DFB

Bundeskartellamt eröffnet Verfahren gegen DFB

Wegen der umstrittenen Vergabe von Tickets für die Fußball-EM 2016 in Frankreich steht dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) ein Verwaltungsverfahren durch das Bundeskartellamt bevor. Das bestätigte die Behörde gestern.

Grund: In der ersten Verkaufsphase für die Vorrundenspiele der deutschen Mannschaft hatten sich nur registrierte Mitglieder des Fan Clubs Nationalmannschaft beim DFB um Tickets bewerben können.

"Das Bundeskartellamt hat ein Verwaltungsverfahren eingeleitet, um diese Praxis zu überprüfen", sagte ein Behördensprecher. Wenn die Möglichkeit des Ticketerwerbs an eine kostenpflichtige Fan-Club-Mitgliedschaft gekoppelt werde, "dann wird nicht nur der insgesamt zu zahlende Preis für Tickets erhöht, sondern es fällt auch im Falle einer erfolglosen Ticketbeantragung die Mitgliedschaftsgebühr an. Eine derartige Kopplung könnte einen Ausbeutungsmissbrauch darstellen", hieß es.

Die Vergabepraxis des DFB war schon zu Beginn der Kartenbewerbungsphase auf heftige Kritik gestoßen. Der DFB begründete das mit Sicherheitsmaßnahmen und einem Treue-Bonus für Fans , die das Team von Bundestrainer Joachim Löw regelmäßig auch zu Auswärtsspielen begleiten. Darüber hinaus werde diese Verkaufspraxis auch in anderen Ländern wie England oder EM-Gastgeber Frankreich angewandt. Es handle sich "keineswegs um eine PR-Maßnahme oder Akquise-Aktion für den Fan Club. Das wäre schlichtweg eine unzutreffende Interpretation", hatte DFB-Sprecher Jens Grittner im Dezember 2015 die Vorgehensweise seines Verbandes verteidigt.