| 21:13 Uhr

Viel Zoff beim BVB
Bürki beleidigt eigene Fans, Zorc hält dagegen

BVB-Torwart Roman Bürki kassierte ein Gegentor aus 40 Metern. Danach kritisierte er sich nicht selbst, sondern die Fans – und bekam Kontra.
BVB-Torwart Roman Bürki kassierte ein Gegentor aus 40 Metern. Danach kritisierte er sich nicht selbst, sondern die Fans – und bekam Kontra. FOTO: Guido Kirchner / dpa
Dortmund. Bei Borussia Dortmund knirscht es nach dem 2:2 gegen Freiburg nicht nur wegen Aubameyang im Gebälk.

Pierre-Emerick Aubameyang machte den finalen Abflug mit einem Batman-Emblem auf seiner Kappe. Vermutlich hat der Torjäger am Samstag zum letzten Mal für Borussia Dortmund auf dem Platz gestanden. Er wirkte lahm und phasenweise lustlos – doch der BVB hat nach einem brutal schwachen 2:2 (1:1) gegen den SC Freiburg noch ganz andere Sorgen. Drei Unentschieden in Serie offenbaren, wie brüchig die Fassade des Friedens beim Bundesligisten ist.


Torhüter Roman Bürki kritisierte scharf jenen Teil der BVB-Fans, der angesichts des schläfrigen Fußballs verständlicherweise die Geduld verloren hatte. „Die Ost- und Westtribüne, da kommen die Leute ins Stadion, um ihre eigene Mannschaft auszupfeifen. Die sollen zu Hause bleiben“, schimpfte der Schweizer, „das sind Leute, die keine Ahnung von Fußball haben.“

Michael Zorc reagierte erbost – sein Zorn traf allerdings nicht die Fans, sondern Bürki, den er gnadenlos abkanzelte. „Ich finde seine Aussage unpassend und inhaltlich falsch. Ich empfehle jedem einzelnen Spieler, sich das Spiel noch mal 90 Minuten anzuschauen“, sagte der Sportdirektor schneidend. „Da müssen sie aufpassen, dass sie nicht selbst pfeifen.“ Bürki relativierte seine Worte kurz darauf via Instagram.

Vom Offensivfußball vergangener, teils berauschender Jahre ist in Dortmund jedenfalls derzeit nichts zu sehen. Mut- und ideenlos schoben sich die Profis den Ball hin und her – und, kaum zu glauben angesichts früherer Fußballfeste: Sie langweilten ihre Fans. Der neue Trainer Peter Stöger hat das am Ende naive Konzept seines Vorgängers Peter Bosz komplett auf den Kopf gestellt. Plötzlich spielt die Mannschaft dadurch allerdings übervorsichtig und saftlos. Erst ganz spät traf Jeremy Toljan (90.+3) zum Ausgleich. Nils Petersen (21./68.) hatte das Spiel nach der BVB-Führung durch Shinji Kagawa (9.) im Alleingang gedreht. Sein zweites Tor war ein tollkühner 40-Meter-Heber, wie man ihn selten sieht.

In Sachen Aubameyang (20 Ballkontakte) ist immer noch nichts verkündungsreif. Die Verhandlungen zwischen dem BVB und dem FC Arsenal stocken, es naht die Schließung des Transferfensters am 31. Januar. Zorc betonte: „Entweder werden unsere Forderungen erfüllt, dann kann es einen Transfer geben. Oder nicht, und er spielt bis zum Sommer in Dortmund. So ist es auch mit seiner Familie besprochen.“ Angeblich verlangen die Dortmunder 70 Millionen Euro.