Bronze für Klein, Gold für Martin und Co.

Doha · Lisa Klein aus Lauterbach hat ihre erste WM-Medaille auf der Straße bei den Aktiven gewonnen. Die 20-Jährige gewann mit ihrem Team Cervelo Bigla gestern Bronze im Zeitfahren. Noch besser lief es für Tony Martin.

"Wir sind richtig schnell. Wenn wir keine Medaille gewinnen würden, wäre das für alle eine große Enttäuschung", hatte Radrennfahrerin Lisa Klein vor dem Team-Zeitfahren für Profimannschaften bei der WM in Doha /Katar gesagt. Hohe Ziele, hohe Erwartungen - doch die 20-Jährige aus Völklingen-Lauterbach und ihre Mannschaftskolleginnen vom Team Cervelo Bigla hielten Wort. Zum Auftakt der WM fuhren Klein und Co. auf den dritten Platz und hatten am Ende nur 1:56 Minuten Rückstand auf die neuen Weltmeisterinnen vom Boels-Dolmans-Team aus den Niederlanden, die 48:41 Minuten unterwegs waren. Mit dem Gewinn der Bronzemedaille hat Klein ihr Soll bei der WM bereits erfüllt. Am kommenden Samstag wird sie beim Straßenrennen an den Start gehen und soll Helferdienste für die deutschen Weltklasse-Sprinterinnen leisten.

Silber ging bei Temperaturen von über 35 Grad Celsius an das Team Canyon-SRAM um die Deutsche Trixi Worrack (Erfurt). Für Canyon-SRAM endete im Emirat eine beeindruckende Siegesserie, bei der fünften Auflage des Teamwettbewerbs fuhr die Equipe erstmals an Gold vorbei.

Besser lief es für den dreifachen Titelträger Tony Martin . Der 31 Jahre alte Wahlschweizer hatte gestern maßgeblichen Anteil am dritten WM-Gold seiner Etixx-Quick-Step-Mannschaft im Teamzeitfahren. Über den flachen Wüstenkurs in Doha war die Equipe, in der auch Topsprinter Marcel Kittel zum Titel strampelte, in 42:32 Minuten nicht zu schlagen. Martin und Co., zuletzt 2013 Team-Weltmeister, entthronten den Titelverteidiger BMC (USA), der ohne Olympiasieger Greg van Avermaet antrat.

BMC verpasste den Titel-Hattrick und hatte elf Sekunden Rückstand auf Etixx-Quick-Step. Bronze ging an die australische Equipe Orica BikeExchange (+37 Sekunden). "Wir haben die Zwischenzeiten durchgesagt bekommen, aber wir haben mehr gegen uns selbst gekämpft. Die Hitze war echt hart. Nach zehn Kilometern waren wir bereits voll am Limit, aber wir haben an uns geglaubt", sagte Martin nach dem Rennen.

Mit diesem Erfolg machte sich der dreimalige Einzel-Weltmeister, der bei der WM wieder seine alte Sitzposition favorisierte, Mut für das Einzelrennen am Mittwoch über dieselbe Distanz. Nach einer eher durchwachsenen Saison und lediglich Rang zwölf bei den Olympischen Spielen von Rio schöpft er jetzt wieder Hoffnung. Nach seiner Vorstellung von gestern dürfte er in Doha neben dem Niederländer Tom Dumoulin zum engsten Kreis der Gold-Anwärter zählen.

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