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Brodersen glaubt noch an die kleine Chance

Brodersen glaubt noch an die kleine Chance

Noch haben die Basketballerinnen der Saarlouis Royals eine Chance auf den Titel. Aufbauspielerin Levke Brodersen ist optimistisch für das heutige dritte Spiel der Finalserie. Gewinnt aber der TSV Wasserburg, ist er Meister.

Im ersten Spiel hatten es die Saarlouis Royals beinahe geschafft. Sie hatten den ungeschlagenen TSV Wasserburg in der Finalserie um die deutsche Basketball-Meisterschaft am Rande einer Niederlage - aber eben nur am Rande. Vergangenen Freitag siegten die Wasserburgerinnen am Ende mit 75:71.

Levke Brodersen, Aufbauspielerin der Royals, trauert dem Spiel noch immer nach. "Wir waren richtig knapp dran und am Ende einfach nicht abgezockt und clever genug", erinnert sich die 21-Jährige. In Spiel zwei am Sonntag vor heimischem Publikum war die erste Hälfte schwach (25:44). "Wir haben uns nach der Pause zwar gesteigert, aber es hat nicht mehr gereicht", erklärt Brodersen. Trotz der 58:68-Niederlage ist sie für das heutige dritte Spiel in Wasserburg (19 Uhr) zuversichtlich: "Wir haben gezeigt, dass nicht mehr viel fehlt. Vielleicht ist sich Wasserburg mit den zwei Siegen im Rücken zu sicher." Wenn Wasserburg aber gewinnt, ist der zehnte Titel des TSV perfekt.

Neuer Zweijahres-Vertrag

Egal wie das Spiel und die Saison enden werden, Brodersens sportliche Zukunft ist gewiss. Sie unterzeichnete diese Woche einen neuen Zweijahresvertrag. "Ich fühle mich hier einfach sehr wohl. Saarlouis ist für mich eine neue Heimat geworden", sagt die Lehramts-Studentin, die wie Kapitän Stina Barnert aus Wyk auf Föhr stammt. Sie hätte hier viele Bindungen aufgebaut. "Ich studiere hier, mein Freund wohnt hier. Auch die sportliche Perspektive mit dem neuen Trainer passt", erzählt Brodersen.

Der neue Trainer heißt Hermann Paar. Gestern bestätigten die Royals, was die Saarbrücker Zeitung bereits vergangenen Freitag berichtet hatte. Paar, der die Royals schon von 1992 bis 2001 betreut hatte, unterschrieb einen Vertrag über ein Jahr mit der Option auf ein weiteres.

Brodersen "freut sich riesig darauf, etwas Neues zu erleben. Ich kenne ihn nicht, aber man hört von anderen Spielerinnen, die schon mit ihm zusammengearbeitet haben, viel Gutes". Ihre Freude erklärt sich auch damit, dass Brodersen eine schwere Zeit hinter sich hat. Insgesamt elf Monate war sie nach ihrem Kreuzbandriss raus aus dem Leistungssport, die Ärzte bezweifelten, ob sie überhaupt zurückkehren würde. Doch sie hat es geschafft.

"Es war ein wichtiges Jahr für mich. Ich bin stolz, dass ich körperlich alles weggesteckt habe", sagt die 21-Jährige, die sich gewünscht hätte, mehr zu spielen. "Es war sehr schwierig mit unserem Trainer Saulius Vadopalas. Er hat eine kleine Rotation gespielt und sehr auf unsere erfahrenen Spielerinnen gebaut. Trotzdem war unser Verhältnis gut", beteuert sie.

In Zukunft wird wohl wieder mehr Verantwortung auf ihren Schultern lasten. Mit Barnert (nach Keltern) und Kimberly Pohlmann (nach Halle) verlassen zwei wichtige Leistungsträgerinnen die Royals nach der Runde (die SZ berichtete). "Es wird verdammt schwer, das aufzufangen. Kimmy und Stina waren die Stützen der Mannschaft in den vergangenen beiden Jahren", sagt Brodersen. Doch gleichzeitig bietet sich für sie eine Chance. Ihre Position in der Anfangsformation wird frei - und diesen Platz möchte sie möglichst haben: "Ich werde hart dafür arbeiten und glaube an meine Chance." So wie sie an die Chance heute Abend glaubt, dem so starken TSV Wasserburg zumindest ein Spiel in der Finalserie zu klauen.