Braunschweig zieht zurück, Saarlouis Royals bleiben in der Bundesliga

Damenbasketball-Bundesliga (DBBL) : Royals bleiben wohl in der Basketball-Bundesliga

Braunschweig zieht sich aus der DBBL zurück – und kritisiert Saarlouis.

Ab Freitagmorgen waren Sascha Schmidts Telefone dauer-besetzt. „Ich konnte noch gar nicht alle zurückrufen, die sich gemeldet haben“, meinte der Manager der Saarlouis Royals schmunzelnd. Der Grund für das ununterbrochene Klingeln war ein positiver: Die Royals werden aller Voraussicht nach auch in der kommenden Saison in der Damenbasketball-Bundesliga (DBBL) spielen.

Eintracht Braunschweig, in dieser Saison als Aufsteiger in die Playoffs gerutscht und dort im Viertelfinale mit 0:2 gegen den Herner TC ausgeschieden, gab in einer Pressemitteilung bekannt, „auf die Anwartschaft zur 1. Liga“ zu verzichten. Die Niedersächsinnen wollen stattdessen in der 2. Liga antreten. Für ein „nachhaltiges Ausbildungskonzept“ soll der Kern des Teams, darunter fünf Jugend-Nationalspielerinnen der Jahrgänge 2000 bis 2004, kommende Saison optimal in der 2. Liga gefördert werden, heißt es. Statt wie diese Saison auf sechs ausländische Profispielerinnen setzen die Braunschweiger künftig auf den eigenen Nachwuchs, so die Begründung.

Die Norddeutschen stehen damit neben den bereits zurückgezogenen Fireballs des TuS Bad Aibling als zweiter Absteiger fest, die Royals könnten als sportlicher Absteiger davon profitieren. „Bei mir ist die Erleichterung riesig, mir ist ein Stein vom Herzen gefallen“, sagte Schmidt. Eine Formalie fehlt aber noch: Die Royals haben die Lizenz für die kommende Spielzeit in der 1. Liga fristgerecht eingereicht und erwarten in den nächsten Tagen einen Zwischenstand vom Liga-Verband, berichtete der Manager weiter. Schmidt und Trainer Ondrej Sykora können also beginnen, ein Team zusammenzustellen, das nächste Saison möglichst früh den Klassenverbleib bewerkstelligen soll.

In der Pressemitteilung der Braunschweiger von Freitag findet sich auch ein böses Nachtreten gegen die Royals. Man distanziere sich vom Vorgehen der Saarlouiser, die sich wegen ihres Punktabzugs (die SZ berichtete mehrfach) mit einer Klage gegen die DBBL einen Erstliga-Platz sichern wollten. „Es kann nicht der richtige Weg sein, eigene Fehler auf den Schultern der anderen Vereine beziehungsweise einer ganzen Liga auszutragen. Wir lassen uns von einer Mannschaft, die es sportlich nicht verdient hat, in der Liga zu bleiben, und zudem einen klaren eigenen Fehler bei der Anmeldung einer Spielerin gemacht hat, nicht erpressen“, heißt es in der Braunschweiger Erklärung.

Royals-Manager Schmidt will sich dazu „nicht großartig äußern“, auch wenn zwischen den Zeilen zu hören ist, dass er dies für keinen guten Stil hält. „Wir haben nur versucht, unser Recht durchzusetzen“, sagte er. Schmidt will nicht für böses Blut sorgen und meint diplomatisch: „Wir haben uns nichts vorzuwerfen. Wir haben gegenüber unseren Spielerinnen und Angestellten die Pflicht, alle Mittel auszuschöpfen. Wenn Braunschweig da anderer Meinung ist, haben sie das Recht dazu.“