Boxprofi Alexander Lorch gewint seinen Kampf bei der Uchtelfanger Boxgala

Boxen : Eine Boxgala mit Hindernissen

Boxprofi Alexander Lorch aus Dudweiler hat seinen Kampf bei der Uchtelfanger Boxgala gewinnen können. Und zwar durch K.o. in der zweiten Runde. Zufrieden war dennoch nicht.

Der Halbschwergewichts-Boxkampf von Alexander Lorch am Samstag in Uchtelfangen war gerade ein paar Minuten alt, da war er schon vorbei. Kurz nach Beginn der zweiten Runde setzte Lorch vom ASC Dudweiler einen linken Haken, und Gegner Marko Mijatovic schoss zu Boden.

Es war nicht der einzige Kampf im Rahmen der Boxgala in der Sport- und Kulturhalle. Aber so manches der insgesamt 17 Duelle ließ die 600 Zuschauerinnen und Zuschauer – darunter die prominenten Saar-Boxer Jürgen Doberstein, Senad Gashi und Mirco Martin – ratlos zurück. Insbesondere die oft ungleiche Besetzung vieler Profikämpfe enttäuschte die hohen Erwartungen.

Skurriler Höhepunkt war der noch nicht einmal 20 Sekunden dauernde Kampf zwischen Bilgenur „Miss Bilgi“ Aras und Jessica Pickardt. Mit großem Engagement boxte Aras auf ihre offensichtlich überforderte Gegnerin ein, ehe Pickardts Trainer als Zeichen der Aufgabe das Handtuch warf. Pickardt selbst wollte offenbar weiterkämpfen.

Marko Mijatovic wollte das nicht. „Ich habe direkt gemerkt, dass er mir unterlegen ist“, gab Alexander Lorch nach seinem zweiten Profikampf zu: „Ich wollte das aber nicht direkt beenden und vorher noch etwas Ringerfahrung mitnehmen. So konnte ich wenigstens eine komplette Runde absolvieren.“

Der 23-jährige Lorch ist eigentlich kein K.o.-Kämpfer, sondern hat seine Stärken im taktischen Boxen auf Distanz. Gerade am Anfang einer Karriere ist jede Minute im Ring eine wichtige Erfahrung. „Man hat gemerkt, dass er nicht mehr wollte“, stellte Lorch fest. Ohne die Veranstalter direkt kritisieren zu wollen, ergänzte er ganz allgemein: „Ein bisschen mehr Organisation hätten wir uns schon gewünscht.“

So wusste Lorch lange nicht, wer ihm denn im Ring gegenüberstehen würde. Ursprünglich sollte er gegen Ivan Sakic antreten, der allerdings kurzfristig verletzt ausgefallen war. Der vorgesehene Ersatzmann Zoran Petkovic erschien dann nicht zum öffentlichen Wiegen. Der dritte im Bunde war schließlich Marko Mijatovic.

„Den Sieg nehme ich gerne mit, aber dafür hätte ich mich nicht acht Wochen lang vorbereiten müssen“, sagt Lorch junior, der 2019 noch zwei Kämpfe absolvieren will. Wann der nächste stattfindet, steht noch nicht fest. Zunächst einmal steht nach fast drei Monaten Dauertraining Regeneration auf dem Programm.

Nach Alexander Lorch bestiegen noch Schwergewichtler Yakup Saglam und Supermittelgewichtler Cem Kurnazcan (beide FLP) den Ring. Nachdem sich Saglam gegen den deutlich leichteren Atan Sakic durchgesetzt hatte, sicherte sich Kurnazcan gegen Atin Karabet nach Punkten die Internationale Deutsche Meisterschaft.

Für die spektakulärsten Auftritte hatten wenige Stunden zuvor Maurice Morio (FLP) und Heider Warda (ASC Dudweiler) gesorgt.

Morio, genannt „Engel Gabriel“, marschierte mit Engelsflügeln dekoriert zu den Klängen des beliebten Liedes „Ave Maria“ in die Halle und gewann seinen Kampf gegen Ivan Habbibi durch technischen K.o. in der dritten Runde.

 Warda kam zwar ohne Flügel zum Ring, bezwang seinen klar unterlegenen Kontrahenten Schani Baki Sha aber schnell.

Ein Kuriosum bot auch der vom BC 1921 Neunkirchen organisierte Amateur-Teil der Veranstaltung: Beim Kampf zwischen David Abramischvili und Ali Ghalami ging beiden Boxern mehrmals der Mundschutz verloren.

Alexander Lorch nach seinem Kampf: Nach zwei Runden hatte er Marko Mijatovic auf den Brettern. Foto: Erich Christoph-Borger

Abramischvili einmal zu oft – er wurde disqualifiziert. Sein Vater, der mehrfache georgische Meister und Meister der Sowjetunion, Nukri Abramischvili, war darüber nicht sehr erbaut.