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Box-WM-Kampf geplatzt

Helsinki. Die WBA-Box-Weltmeisterschaft im Schwergewicht zwischen Nikolai Walujew (Russland) und Ruslan Chagaev (Usbekistan) am Samstagabend in Helsinki ist geplatzt. Der finnische Verband, der für die Ausrichtung verantwortlich ist, hat am späten Freitagabend die Ausrichtung der ersten Schwergewichts-WM in seinem Land aus medizinischen Gründen verboten

Helsinki. Die WBA-Box-Weltmeisterschaft im Schwergewicht zwischen Nikolai Walujew (Russland) und Ruslan Chagaev (Usbekistan) am Samstagabend in Helsinki ist geplatzt. Der finnische Verband, der für die Ausrichtung verantwortlich ist, hat am späten Freitagabend die Ausrichtung der ersten Schwergewichts-WM in seinem Land aus medizinischen Gründen verboten. Grund für die Entscheidung ist eine Hepatitis-Erkrankung von Chagaev, die nach finnischen Gesetzen keinen Kampf zulässt. Eine Ersatz-WM mit Walujew wird es am Samstagabend nicht geben. Der Kampfabend ist komplett abgesagt worden. Zuvor hatten es die Finnen zunächst Walujew selbst überlassen, ob er in den Ring steigen will oder nicht.


Der für die Hamburger Universum-Promotion boxende Chagaev leidet seit Jahren an einer Hepatitis B, die nach Angaben von Universum-Arzt Michael Ehnert nicht ansteckend ist. Ein Nachtest ergab jedoch, dass nach Auslegung der finnischen Gesetze eine Ansteckungsgefahr vorliegt.

Walujew und Chagaev sollten in Helsinki um den WBA-WM-Gürtel im Schwergewicht streiten, den beide in deutschen Box-Ställen angestellten Osteuropäer für sich beanspruchen. Beide standen sich erstmals im April 2007 in Stuttgart gegenüber. Chagaev überraschte den Riesen und nahm ihm den Titel ab.



Danach begann das Feilschen um ein Rematch, das zweimal angesetzt war und doch ausfiel. Zunächst musste der Weltmeister wegen einer Erkrankung absagen, danach wegen eines Achillessehnenrisses. Die WBA ernannte in der Folge Chagaev zum Weltmeister im Wartestand und Walujew sicherte sich den vakanten Titel im August 2008. Danach verteidigte ihn der 35-Jährige noch einmal gegen Box-Legende Evander Holyfield (USA).

Chagaev seinerseits blieb auch nicht untätig und feierte seine Rückkehr nach einjähriger Zwangspause im Februar mit einem K.o.-Sieg gegen Carl Davis Drumond aus Costa Rica.

Begleitet waren die Ring-Auftritte der beiden so unterschiedlichen Rivalen von gegenseitigen Beschuldigungen ihrer Vermarkter, die jeweils für sich in Anspruch nahmen, den "wahren" Weltmeister in ihren Reihen zu haben. dpa