Bouillon hat sich im Tribünen-Dilemma eingeschaltet

Stadion-Bau in Elversberg : Bouillon hat sich im Stadion-Dilemma eingeschaltet

Der Oberrang der neuen Haupttribüne in Elversberg ist nach wie vor nicht nutzbar. Dafür sind Parkplatz und LED-Leinwände fertig.

Die scheinbar unendliche Geschichte der neuen Haupttribüne im Stadion an der Kaiserlinde in Elversberg geht weiter, drumherum allerdings ist der Fortschritt deutlich sichtbar. Der Parkplatzbau hinter dem Stadion ist abgeschlossen, beim Regionalliga-Derby an diesem Samstag (14 Uhr) zwischen der SVE und dem 1. FC Saarbrücken werden die Fans durch eine neu installierte Zaunkonstruktion erstmals geordnet in die einzelnen Blöcke geleitet.

In dieser Woche hat zudem die Fertigstellung der beiden Anzeigetafeln begonnen. Eine 15 Quadratmeter große LED-Leinwand steht am Parkplatzeingang. An Spieltagen soll darauf die Verkehrs- und Parksituation erklärt werden, unter der Woche dient die Fläche als Werbefläche. Im Stadion wurde hinter dem Gästeblock eine 25-Quadratmeter große LED-Einwand für alle Informationen zum Spiel installiert. Die Leinwand auf dem Parkplatz kostete, wie die SVE mitteilte, einen niedrigen fünfstelligen Betrag. Die Leinwand im Stadion gehört zum Angebotspaket des Unternehmens, das im Stadion auch für die rollierende Bandenwerbung zuständig ist. Ob diese schon im Derby zum Einsatz kommen, entscheidet sich kurzfristig.

Definitiv nicht zum Einsatz kommen wird der Oberrang der Haupttribüne. Seit Jahren kämpft die SVE für die Freigabe der Vip- und Business-Logen. Eine Genehmigung gab es von der Unteren Bauaufsichtsbehörde (UBA) bislang nicht. Rückfragen der SZ, wo im Detail die Problematik besteht, beantwortet die UBA nicht. Die SVE hat mehrere neu erstellte und überarbeitete Gutachten vorgelegt, die immer wieder abgelehnt wurden. Zuletzt hat sich nach SZ-Informationen das Innenministerium eingeschaltet, um die Fronten zu klären. So soll es einen Vor-Ort-Termin mit allen Beteiligten gegeben haben, bei dem auch Innenminister Klaus Bouillon dabei war und eine baldige Lösung gefordert haben soll. Auf Anfrage der SZ teilte das Ministerium lediglich mit: „Wir dürfen Sie darauf hinweisen, dass die verfahrensführende Behörde die Untere Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Neunkirchen ist. Von daher bitten wir Sie, sich mit den an das Ministerium für Inneres, Bauen und Sport gerichteten Fragen nach dorthin zu wenden.“

Aufgrund der langen Hängepartie kursieren inzwischen allerlei wilde Gerüchte. Ist die Haupttribüne überhaupt genehmigungsfähig oder muss sie im schlimmsten Fall abgerissen werden? Wurde der Bau eventuell sogar ohne Genehmigung gestartet? Die SV Elversberg geht davon aus, dass es aufgrund der lösungsorientierten Gespräche mit UBA und Ministerium zu einer Genehmigung kommen wird. Die Frage ist nur wann. „Es gibt eine Teilbaugenehmigung. Die Tribüne ist aufgrund der bekannten Situation zurzeit nur in Teilen nutzbar. Durch einen von Beginn an bis heute bestehenden Austausch mit den Behörden wird nach wie vor an der Nutzungsfreigabe der ausstehenden Bereiche hingewirkt“, so die Mitteilung des Vereins.

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