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Bloß nicht vorführen lassen

Madrid. Für Schalke 04 ist die nach Madrid wohl die letzte Dienstreise der Champions-League-Saison. Nach dem 0:2 im Hinspiel deutet alles auf das Achtelfinal-Aus hin. Der Fußball-Bundesligist will sich zumindest teuer verkaufen. Heinz Büse,Dietmar Fuchs (dpa)

Ein Wunder von Bernabeu wollte niemand beschwören. Für die meisten Profis des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 ist die Reise zum Champions-League-Rückspiel bei Real Madrid (heute, 20.45 Uhr) ein unliebsames Déjà-vu. Wie vor zwölf Monaten ist das Achtelfinal-Aus vor der zweiten Partie gegen den Titelverteidiger praktisch besiegelt.

Beim Abflug gestern hielt sich die Vorfreude in Grenzen. Obwohl die Ausgangslage nicht ganz so hoffnungslos wie im März 2014 ist, überwog die Skepsis. "Das können wir nicht mehr packen", bekannte Mittelfeldspieler Max Meyer: "Ein Weiterkommen ist sehr unrealistisch." Nach dem 0:2 im Hinspiel geht es in erster Linie um Schadensbegrenzung. Als Maßstab gilt das Spiel im vergangenen März, als sich der Bundesligist nach einem 1:6 vor heimischer Kulisse beim 1:3 im Rückspiel im Bernabeu-Stadion, der Kultstätte des spanischen Fußballs, achtbar schlug. "Wir können es gar nicht versuchen, daraus eine Kaffeefahrt zu machen", sagte Horst Heldt . Mehr beiläufig fügte der Schalker Sportvorstand an: "Natürlich wollen wir versuchen, das 0:2 aufzuholen. Aber das ist eine verdammt schwere Aufgabe."

Vor dem voraussichtlich letzten Hurra in dieser Champions-League-Saison ist die durch das 0:3 in der Liga im Revierderby bei Borussia Dortmund verursachte schlechte Stimmung verflogen. Der Auftritt im Spiel gegen 1899 Hoffenheim (3:1) am Samstag macht Mut. An Motivation wird es den Schalkern nach Einschätzung von Mittelfeldspieler Tranquillo Barnetta trotz der wenig inspirierenden Ausgangslage nicht mangeln: "Dafür spielt man Fußball, dass man sich mit solchen Mannschaften messen kann."

Bis auf den gelbgesperrten Kevin-Prince Boateng waren alle zuletzt eingesetzten Profis beim Abflug dabei. Fraglich ist, ob die angeschlagenen Benedikt Höwedes , Marco Höger, Klaas-Jan Huntelaar und Eric Maxim Choupo-Moting rechtzeitig fit werden. Vorsichtshalber gehören vier Spieler aus dem Nachwuchs zum Kader.

Möglicherweise ist es für die Schalker ein Vorteil, dass beim Gegner Krisenstimmung herrscht. Nach dem 0:1 am Samstag in der Partie bei Athletic Bilbao musste die Mannschaft von Trainer Carlo Ancelotti die Tabellenführung in der Primera División an den FC Barcelona abtreten. Die Zeitung "Marca" sieht Real Madrid "im freien Fall". Vor allem der Angriff mit Weltfußballer Cristiano Ronaldo, Karim Benzema und Gareth Bale ist kaum wiederzuerkennen. In den vergangenen zwei Partien gelang nur ein Tor. Auf Kritik an seinem angeblich zu laschen Umgang mit den Stars reagierte Ancelotti mit einem dezenten Hinweis: "Mit meiner weichen Hand habe ich drei Mal die Champions League gewonnen."