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Blindes Verständnis ist gefragt

Blindes Verständnis ist gefragt

Bremen. Ringe, Bänder und Seile - das ist das "Handwerkszeug" von Cathrin Puhl und Mira Bimperling. Mit höchster Präzision und Eleganz müssen die beiden 16-jährigen Sportgymnastinnen vom TV Rehlingen damit umgehen können

Bremen. Ringe, Bänder und Seile - das ist das "Handwerkszeug" von Cathrin Puhl und Mira Bimperling. Mit höchster Präzision und Eleganz müssen die beiden 16-jährigen Sportgymnastinnen vom TV Rehlingen damit umgehen können. Und am kommenden Wochenende zusätzlich blindes Verständnis beweisen: Denn dann starten Puhl und Bimperling mit ihren Nationalmannschaftskolleginnen Camilla Pfeffer (17), Sara Radmann (16, beide TSG Tübingen), Carolina Raskina (18, TSV Schmiden) und Regina Sergeeva (15, TSG Söflingen) bei der Europameisterschaft der Rhythmischen Sportgymnastik in Bremen.

Bei den Wettkämpfen präsentieren fünf Athletinnen zunächst eine Choreografie mit fünf Reifen und anschließend eine mit drei Bändern und zwei Seilen. Während der Choreografie wechseln die Gymnastinnen ihre Geräte fliegend. Bimperling sagt mit Blick auf die EM: "Wir sind auf den Punkt genau vorbereitet."

Dies hat die deutsche Nationalmannschaft bereits bei den Vorbereitungswettkämpfen bewiesen. Die Turniere in Thiais (Frankreich) und im baden-württembergischen Schmiden gewann die deutsche Gruppe jeweils vor den favorisierten Russinnen. Beim letzten Test in St. Petersburg vor zwei Wochen belegten die Gymnastinnen des Deutschen Turnerbundes Platz zwei. Den letzten Schliff haben sie sich bei acht Stunden Training pro Tag im Trainingslager im brandenburgischen Kienbaum geholt.

Was die Ziele für die EM angeht, da hat Cathrin Puhl ihr eigenes Rezept. "Wir müssen uns unrealistische Ziele setzen. Dann erreichen wir sie auch. Wir haben uns einmal ein realistisches Ziel gesetzt, und es ging schief", sagt sie. Und dann sagt sie doch ganz realistisch: "Wir wollen ins Finale."

Für die beiden Saarländerinnen ist die EM in Bremen das internationale Debüt bei den Seniorinnen. Um ihr Ziel Nationalmannschaft zu erreichen, haben die beiden ihre saarländische Heimat in Richtung Schmiden bei Stuttgart verlassen. Dort befindet sich der Bundesstützpunkt der rhythmischen Sportgymnastinnen.

Während Bimperling erst seit November 2009 am Bundesstützpunkt trainiert, ist Puhl ein "alter Hase". Puhl, die im vergangenen Jahr bereits mit den Juniorinnen bei der EM in Baku (Aserbaidschan) Platz neun belegte, ist seit 2007 in Schmiden - mit einer kurzen Unterbrechung. Anfang 2009 laborierte sie an Knieproblemen. "Es bestand die Gefahr, dass es chronisch wird", erzählt Puhl, "doch die Probleme sind jetzt weg und vergessen." Klar - steht doch die EM im eigenen Land bevor. Bimperling hofft auf den Heimvorteil: "Die Halle wird beben." Und Puhl, Bimperling und Co. wollen dazu beitragen - mit Präzision, Eleganz und blindem Verständnis.

Auf einen Blick

Mira Bimperling und Cathrin Puhl starten am Samstag ab 10.30 Uhr bei den Seniorinnen. Das Finale findet am Sonntag ab 12.15 Uhr statt. Darüber hinaus geht Laura Jung (14) vom TV St. Wendel, die seit 2007 am Bundesstützpunkt in Schmiden trainiert, bei den Juniorinnen auf die Matte. Sie startet mit den Geräten Band und Keule. Für Jung dient die Europameisterschaft gleichzeitig als Qualifikation für die Olympischen Spiele der Jugend im August in Singapur. rix