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Bliesener Wiedersehen mit seinem Nationalspieler

Bliesener Wiedersehen mit seinem Nationalspieler

Moritz Reichert kehrt in seine Heimat zurück. Der Außenangreifer des Volleyball-Bundesligisten United Volleys Rhein-Main bestreitet am Sonntag mit seinem Club ein Testspiel bei seinem Heimatverein TV Bliesen.

Am vergangenen Sonntag endete im deutschen Volleyball eine Ära. Nationaltrainer Vital Heynen saß beim 3:1-Sieg der Nationalmannschaft im letzten Spiel der EM-Qualifikation in Las Palmas gegen Gastgeber Spanien zum letzten Mal an der Seitenlinie. Heynen wird nun Vereinstrainer bei Rekordmeister VfB Friedrichshafen und ab 2017 Trainer der Nationalmannschaft seines Heimatlandes Belgien.

In den Jahren seiner Amtszeit schaffte es der 47-Jährige, Deutschland zurück in die Weltspitze zu führen - und junge Spieler einzubauen. Einer davon ist der 21-jährige Moritz Reichert aus Lebach. Der Außenangreifer stand beim Abschiedsspiel auf dem Feld. Es war sein achtes Länderspiel. "Ich bin ein wenig traurig, dass er geht", sagt Reichert: "Schließlich hat er Spielern wie mir eine Chance gegeben. Ich habe auch viel bei ihm gelernt."

Wer Nachfolger von Heynen wird, ist noch nicht geklärt. So kann Reichert auch noch nicht beurteilen, wie seine Zukunft im Nationalteam aussehen wird. "Ich werde aber alles geben, um bei der EM dabei zu sein", kündigt der Außenangreifer an. Die Titelkämpfe, für die sich Deutschland souverän qualifizierte, finden im Herbst 2017 in Polen statt.

Die Chancen, dass Reichert dort dabei sein wird, stehen nicht schlecht. Zwar ist er in der Nationalmannschaft derzeit nicht gesetzt, weil im Außenangriff mit Christian Fromm und Denys Kaliberda zwei bärenstarke Profis vor ihm stehen. Beide spielen in Italien - im Volleyball eine der absoluten Topligen. Doch Reichert ist auf einem guten Weg. Vom Fachblatt "Volleyball-Sport" wurde er Ende Mai 2016 zum "Aufsteiger der Saison" gekürt. "Ich weiß zwar nicht genau, wer da in der Jury saß, aber das ist auf jeden Fall eine Auszeichnung, die einen sehr freut", sagt er lachend.

Mit der Auszeichnung wurde vor allem Reicherts starke Bundesliga-Saison honoriert. Nachdem er bei seinem alten Verein, dem VfB Friedrichshafen , zumeist nur auf der Bank saß, entschloss er sich im Sommer des vergangenen Jahres zu einem Wechsel zu Aufsteiger United Volleys Rhein-Main. "Im Nachhinein betrachtet war das auf jeden Fall die richtige Entscheidung", freut sich Reichert. Denn beim Club aus Frankfurt wurde er direkt zum Stammspieler und Leistungsträger und erreichte zudem noch sensationell Rang drei in der Bundesliga.

Im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft schnupperte Reichert mit den United Volleys sogar an der ganz großen Sensation, als der Aufsteiger in der Serie "best of three" gegen Friedrichshafen nur knapp mit 1:2 verlor. "An diesen Erfolg wollen wir in der neuen Runde anknüpfen", kündigt Reichert an. Die neue Spielzeit beginnt für die United Volleys am 18. Oktober. In einem Testspiel tritt der Erstligist an diesem Sonntag um 16 Uhr im Sportzentrum St. Wendel bei Reicherts Ex-Club, dem TV Bliesen , an. Für den Drittligisten ist es die Generalprobe vor dem Auftakt - und ein Wiedersehen vor vermutlich ausverkauftem Haus.

"Ich freue mich riesig auf diese Partie. Zumal wir danach zwei Tage frei haben und ich endlich mal wieder nach Hause kann", berichtet Reichert: "Die letzten Wochen war ich fast nur bei der Nationalmannschaft, da blieb dafür keine Zeit." Wegen der EM-Qualifikation mit dem Nationalteam und den Spielen in der Volleyball-World-League davor konnte Reichert in diesem Sommer auch kein Beachvolleyball spielen. Im Sand hatte er vor drei Jahren einen seiner bislang größten sportlichen Erfolge gefeiert, als er U19-Weltmeister wurde.