Blatter denkt offenbar nach über Rücktritt vom Rücktritt

Blatter denkt offenbar nach über Rücktritt vom Rücktritt

Testballon oder Realitätsverlust? Spekulationen über eine Rolle rückwärts von Fifa-Boss Joseph S. Blatter haben für Irritationen in der Fußball-Welt gesorgt. Der Abgang des Schweizers scheint allerdings weiterhin unumstößlich.

Fifa-Präsident Joseph S. Blatter denkt offenbar an einen Rücktritt vom Rücktritt: Nach Informationen der Zeitung "Schweiz am Sonntag" überlegt der 79-jährige Schweizer ernsthaft, doch nicht auf einem außerordentlichen Kongress des Weltverbandes (voraussichtlich am 16. Dezember in Zürich ) zurückzutreten. Angeblich wollen Blatter-treue Verbände aus Asien und Afrika ihn zu einem Umdenken bewegen. Die Unterstützung aus Afrika und Asien schmeichele Blatter anscheinend, sodass er seine Demissions-Ankündigung überdenken möchte, heißt es in dem Bericht. Klaus Stöhlker, Berater Blatters bei dessen Wiederwahl, sagte: "Es ist schwer, jemanden zu finden, der ebenbürtig ist. Blatter hat den Verband zu einem sehr erfolgreichen Konzern aufgebaut - und er ist ein Spitzendiplomat." Außerdem sei er der "gewählte Präsident".

Blatter hatte sich auf dem Fifa-Kongress Ende Mai in Zürich trotz heftiger internationaler Kritik in seine fünfte Amtszeit seit 1998 wählen lassen. Keine 100 Stunden später kündigte er dann überraschend seinen Rücktritt an. Im Vorfeld des Kongresses hatte die Festnahme von sieben hochrangigen Fifa-Funktionären, darunter zwei Vize-Präsidenten des Exekutivkomitees, für großes Aufsehen gesorgt. Die Festnahmen resultierten aus Ermittlungen des FBI wegen des Verdachts der Korruption.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) reagierte gestern mit der neuerlichen Forderung nach Blatters schnellstmöglichem Abgang. "Der Rücktritt muss jetzt so schnell wie möglich formal vollzogen werden", sagte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker auf Anfrage. Für die Anti-Korruptions-Expertin Sylvia Schenk erscheint eine Rolle rückwärts des umstrittenen Fifa-Bosses absolut undenkbar: "Nach dem, was er da vorgeführt hat, kann er nicht weitermachen. Das würden auch die Sponsoren und sonst niemand anderes mitmachen", sagte die Leiterin der Arbeitsgruppe Sport von Transparency International .

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