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„Black Pitballs“ aus St. Wendel sind der einzige Floorball-Verein im Saarland

Exoten-Sportart Floorball : Die wohl schnellste Ballsportart der Welt

Floorball ist eine bei uns eher unbekannte Sportart. Die Black Pitballs aus St. Wendel sind der einzige Verein im Saarland, der dem rasanten Spiel in der Halle nachgeht. Seit anderthalb Jahren haben die Floorball-Pioniere auch ein Nachwuchsteam.

Floorball ist schnell, rasant und faszinierend – aber nur wenige kennen die Sportart. In der Kreisstadt St. Wendel ist dies mittlerweile anders. Denn dort gibt es den einzigen Floorball-Verein im Saarland. „Floorball gilt als die schnellste Mannschafts-Ballsportart der Welt“, berichtet Christian Landau, Vorsitzender und Spielertrainer bei den Black Pitballs St. Wendel.

Die Pitballs entstanden 2017 auf Initiative von Landau, der als Sportlehrer in St. Wendel arbeitet. Der 43-Jährige zeigte seinen Schülern Floorball im Unterricht – und einige waren so begeistert, dass die nicht nur in der Schule, sondern auch in ihrer Freizeit spielen wollten. Landau und seine Mitstreiter gründeten dann schließlich unter dem Dach des Kneipp-Vereins St. Wendel die Black Pitballs.

Das Erwachsenen-Team, in dem Frauen und Männer gemeinsam um Punkte kämpfen, spielt seit 2018 in der damals neu gegründeten Verbandsliga Rheinland-Pfalz/Saar. In der ersten Saison wurden die Pitballs dort Vizemeister, in der aktuellen Runde (wurde wegen der Corona-Pandemie vorzeitig beendet) belegten die St. Wendeler Rang drei – von drei Teams.

Aber wie sieht dieser Sport überhaupt aus? „Floorball ist nah mit Eishockey verwandt. Es wird aber ohne Eis in der Halle gespielt und mit einem Ball statt einem Puck“, verrät Landau. „Das Spielfeld ist mit einer Bande begrenzt, man kann hinter dem Tor weiterspielen. Und genau wie beim Eishockey gibt es Strafzeiten und Penaltys.“

Der Sport selbst war anfänglich als Sommertraining für Eishockeycracks gedacht und entwickelte sich später zu einer eigenständigen Sportart. Die Weltspitze findet man in Finnland und Schweden, wo Ligaspiele bis zu 20 000 Zuschauer anlocken. Auch in der Schweiz und Tschechien ist Floorball beliebt. Die Hochburg des Floorball in Deutschland ist Mittel- und Ostdeutschland, wo es mit Abstand die meisten und erfolgreichsten Vereine gibt. Der UHC Weißenfels ist quasi der FC Bayern des Floorballs.

Nachdem die Black Pitballs mit ihrem Erwachsenen-Team gestartet sind, hat der Verein mittlerweile Nachwuchs bekommen. Im November 2018 startete der Verein ein Kindertraining. „Unter der Leitung von Eva Bernhard trainieren dort mittlerweile 14 Jungen und Mädchen im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren“, berichtet Landau. Das Junioren-Team stand auch schon in ersten Freundschaftsspielen auf dem Feld. Auch über den ersten Sieg konnten sich die jungen Floorballer mittlerweile freuen.

Dass der Sport wegen der Corona-Pandemie nicht allzu lange still steht, darauf hoffen auch die Black Pitballs. Denn in der näheren Zukunft stehen für den Verein zwei Events an, die er auch gerne nutzen würde, um seine Sportart populärer zu machen: Am 21. Juni sind die Black Pitballs im Sportzentrum St. Wendel Ausrichter der in Turnierform ausgetragenen Saar-Pfalz-Meisterschaft. „Ich gehe aber davon aus, dass diese verschoben wird. Wir hoffen, dass wir zum neuen Termin auch die Halle bekommen“, berichtet Landau.

Am 13. September gehen die St. Wendeler Floorballer in der ersten Runde des Deutschland-Pokals an den Start. „Da wir die einzige Mannschaft im Saarland sind, sind wir für diesen immer automatisch qualifiziert“, verrät Landau. Vor zwei Jahren traf St. Wendel im nationalen Pokal-Wettbewerb auf den Zweitligisten FC Stern München – und kassierte eine richtige Schlappe. Die Black Pitballs verloren mit 1:29. „Das war trotzdem eine große Erfahrung, vor allem wegen des Lerneffekts“, erinnert sich Landau.

In dieser Partie trat seine Mannschaft zum ersten Mal auf dem Großfeld an. In der Verbandsliga wird auf einer kleineren Fläche mit mehr Akteuren gespielt. „Unser Ziel ist es, in den nächsten fünf Jahren auch in der Liga auf dem Großfeld anzutreten“, verrät Landau. Dafür müsste der Verein für die Regionalliga Hessen oder die Regionalliga Baden-Württemberg melden.

Dass die Black Pitballs sich weiterentwickelt haben – und sie mittlerweile auch in der Regionalliga konkurrenzfähig wären – das bewies der zweite Auftritt im Deutschland-Pokal vor einigen Monaten. Gegen den mit ehemaligen Zweitligaspielern gespickten Regionalligist USV Jena stand es dort nach dem zweiten Drittel 2:2-Unentschieden.

Im Schlussdrittel waren die St. Wendeler nah am Führungstreffer dran, fingen sich dann aber das 2:3. „Danach sind wir volles Risiko gegangen und haben den Torhüter durch einen Feldspieler ersetzt und dann am Ende mit 2:5 verloren“, berichtet Landau. Trotz der Niederlage war Landau mehr als zufrieden. „Im Vergleich zur Partie gegen München haben wir da schon richtig gut mitgespielt.“

Das Team der Black Pitballs spielt seit 2018 in der Verbandsliga Rheinland-Pfalz/Saarland. Männer und Frauen kämpfen gemeinsam in einem gemischten Team um Punkte. Foto: Jette Landau Foto: Jette Landau

Wer bei den Black Pitballs des TV St. Wendel gerne selbst einmal Floorball ausprobieren möchte, kann sich gerne per Mail (sport0377@googlemail.com) an den Vorsitzenden Christian Landau wenden.