| 21:29 Uhr

Leichtathletik-EM in Berlin
Bittere Tränen bei Wester und Moguenara

Berlin. Überragende Leistung von Speerwerferin Hussong. sid

(sid) So hatte sich Weitsprung-Bundestrainer Ulrich Knapp aus Kirkel die Qualifikation gestern nicht vorgestellt. Die deutsche Meisterin Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) hat das Finale der Leichtathletik-EM in Berlin erreicht, für Sosthene Moguenara (TV Wattenscheid) und Alexandra Wester (ASV Köln), die beide bei ihm an der Sportschule in Saarbrücken trainieren, endeten die Meisterschaften vor heimischem Publikum hingegen mit einer herben Enttäuschung.


Die Olympiavierte Mihambo zog mit 6,71 Metern als Drittbeste ins Finale der besten Zwölf an diesem Samstag (20.05 Uhr) ein und unterstrich ihre Medaillen-Ambitionen. „Eine Taktik für das Finale habe ich noch nicht, ich will da einfach mein Bestes geben. Und wenn mir das gelingt, sind vielleicht auch sieben Meter drin“, sagte sie: „Jetzt erhole ich mich, gehe ein bisschen spazieren, lege mich ins Eisbad und freue mich auf Samstag.“

Wester als 15. mit 6,55 Metern und Moguenara als 17. mit 6,54 Metern sprangen hingegen um sechs beziehungsweise sieben Zentimeter am Ticket für die Entscheidung vorbei. „Es war einfach Pech, ich hatte es drauf, aber es sollte nicht sein. Woran es lag, kann ich gar nicht sagen“, sagte Wester, die zumindest ein paar Probleme mit dem Anlauf hatte. Knapp sagte, es habe einfach ein Quäntchen Glück gefehlt.



Für Wester und Moguenara, die beide noch im Innenraum des Stadions Tränen vergossen, setzte sich damit eine Serie von Pleiten bei großen Freiluft-Meisterschaften fort. Wester war bereits bei Olympia 2016 (34.) und der WM 2017 (23.) in der Qualifikation gescheitert. Moguenara, deren Bestleistung bei stolzen 7,16 Metern liegt, war bei der WM 2015 (27.) in der Qualifikation ausgeschieden und bei Olympia 2016 Zehnte geworden, das Ticket für die WM 2017 hatte die Freundin des Stabhochsprung-Stars Raphael Holzdeppe verpasst.

Holzdeppe muss es heute besser machen. Der Athlet des LAZ Zweibrücken bestreitet ab 10.30 Uhr seine Qualifikation, das Finale ist am Sonntagabend (19.10 Uhr). Vereinskollegin Christin Hussong schaffte gestern mit persönlicher Bestleistung den Sprung ins Speerwurf-Finale heute Abend (20.25 Uhr). Im ersten Versuch warf die 24-Jährige mit 67,29 Metern so weit wie nie zuvor in ihrer Karriere und übertraf die geforderte Weite von 60,50 Metern überdeutlich. „67 Meter – ich kann es immer noch nicht glauben“, sagte Hussong: „Im Finale will ich mich noch weiter steigern.“ Sie verfehlte den EM-Rekord der Griechin Mirela Manjani aus dem Jahr 2002 nur um 18 Zentimeter.