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Fußball-Regionalliga Südwest
Birk ist einer der Hoffnungsträger in Völklingen

Thomas Birk hat sich bei Röchling Völklingen schnell eingelebt. „Hier geht es ja auch ein bisschen ums Überleben“, sagt er zum Abstiegskampf.
Thomas Birk hat sich bei Röchling Völklingen schnell eingelebt. „Hier geht es ja auch ein bisschen ums Überleben“, sagt er zum Abstiegskampf. FOTO: Andreas Schlichter
Völklingen. Der ehemalige SVE-Kapitän soll die Mannschaft des SV Röchling im Kampf um den Klassenverbleib anführen. Von Ralph Tiné

Thomas Birk hat schnell verstanden, was bei seinem neuen Verein von ihm erwartet wird. „Jetzt wieder zustellen“, brüllte er beim 1:1 im Testspiel des Fußball-Regionalligisten SV Röchling Völklingen gegen den SC Halberg Brebach am Dienstag über den Platz, wenn seine Mitspieler nach einem Ballverlust nicht schnell genug auf Defensive umschalteten. „Gut so, Junge“, hatte er für gelungene Aktionen ebenso lautstarke Unterstützung für seine neuen Kollegen parat. Auch wenn die Mannschaftsleistung gegen den Saarlandligisten alles andere als überzeugend war, konnte dennoch jeder hören und sehen: Röchling hat einen neuen Führungsspieler.



Bis zu seinem Wechsel in der vergangenen Woche spielte der 29-Jährige in dreieinhalb Jahren bei der SV Elversberg stets um den Aufstieg in die 3. Liga mit – wenn dieser auch letztlich nie gelang. Nun ist der frühere SVE-Kapitän bis zum Saison­ende einer der Völklinger Hoffnungsträger im Kampf um den Klassenverbleib. Dass es dabei rustikaler zugeht als im Aufstiegskampf, ist für den gelernten Außenverteidiger kein Problem. „Ich bin ja keine Diva, die sich nicht einordnen kann, sondern ein Arbeiter. Hier geht es ja auch ein bisschen ums Überleben. Deswegen passt das ganz gut“, sagt der gebürtige Potsdamer.

Während Birk in Elversberg zumeist auf der linken Abwehrseite agierte, wird sich sein Arbeitsbereich in Völklingen wohl ins zentrale Mittelfeld verschieben. „Der Trainer muss entscheiden, wo er mich braucht. Ich kann mir die Position vorstellen. Mir ist das eigentlich egal – Hauptsache ich spiele und kann den Jungs helfen“, sagt er. In der Zentrale wird Birk wohl mit Mike Andreas eine Doppelsechs bilden.

Birk, der mit seiner Frau und zwei Kindern im französischen Alsting lebt, ist glücklich, dass sich der Transfer so kurzfristig realisieren ließ, nachdem er bei der SVE von Trainer Karsten Neitzel erst kurz vor der Winterpause aussortiert wurde. „In Elversberg wurde ich in die zweite Mannschaft runtergeschickt. Daraufhin hat der Trainer hier gleich Kontakt mit mir aufgenommen. Da alles sehr kurzfristig war, konnte ich auch keine Riesenschritte in Deutschland machen. Deswegen war das ein glücklicher Umstand“, erzählt Birk, der nach eigenen Angaben auch aus dem Berliner Raum Angebote hatte. Dafür, dass der mit schmalem Etat operierende SVR den Wechsel finanziell stemmen konnte, musste „Elversberg dem SV Röchling etwas entgegenkommen“, berichtet der Spieler weiter. Das heißt, dass die SVE, deren Etat zu den höchsten der Liga zählt, einen Teil von Birks Gehalt übernimmt.

Sollte der Aufsteiger den Klassenverbleib schaffen, kann sich Birk, dessen Vertrag bis Saisonende läuft, auch ein längerfristiges Engagement in Völklingen vorstellen. „Ab Sommer ist grundsätzlich alles möglich. Wir fühlen uns mit der Familie hier sehr wohl. Wenn wir in der Liga bleiben, könnte ich mir vorstellen, dass wir uns noch mal zusammensetzen und es auch über die Saison hinausgeht“, sagt der Neu-Völklinger.



Derweil wurde der bis Saisonende laufende Vertrag mit Jean-François Kornetzky (35) aufgelöst, der Torwart spielt künftig beim luxemburgischen Fußball-Erstligisten US Hostert. Auch der Vertrag mit Abwehrspieler Jeremy Lundy (26) wurde aufgelöst, er wechselt zu Liga-Rivale TuS Koblenz. Als zweiter Neuzugang wechselt Angreifer Emrah Avan (28), früher in der Saarlandliga mit vielen Toren, von Verbandsligist FSV Hemmersdorf nach Völklingen.