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Billard: BC St. Wendel spielt nächste Saison in der Bundesliga

Billard : Nach 15 Jahren wieder erstklassig

Der Billard-Club St. Wendel plant nach der Zweitliga-Meisterschaft bereits die neue Saison. Ein Top-Spieler soll noch her.

Nach 15 Jahren ist es geschafft: Die Queue-Künstler aus der Kreisstadt haben die Meisterschaft in der 2. Bundesliga Dreiband gefeiert. Ab September tritt der BC St. Wendel wieder in der deutschen Eliteklasse an. „Es gibt nichts Schöneres, als Meister zu werden und aufzusteigen“, freute sich Routinier Lutz Schwab.

Am abschließenden Spieltag kamen die St. Wendeler zu zwei 4:4-Unentschieden gegen Hilden und Kassel. „Wir wollten beide Spiele gewinnen, vielleicht haben wir etwas zu viel gefeiert“, räumte Daniel Schwerdtfeger ein. Grund dazu hatten sie: Hinter den Präzisionssportlern liegt eine überragende Saison. 15 Mal in 18 Partien verließ der BC den Billardtisch als Sieger. „Nur beim Dritten Erlangen haben wir glatt mit 0:8 verloren. Auch solche Tage gibt es“, meinte Teammanager Rainer Selgrath.

In den vergangenen Jahren habe für den BC oft genug die Chance bestanden, in die Bundesliga aufzusteigen. „Jedes Mal haben wir dann wieder Lehrgeld bezahlt“, stellte Selgrath fest. Ein Grund dafür sei, dass man die komplette Saison immer mit nur einem ausländischen Spieler an Nummer eins gespielt habe. „Wenn uns dann Jérôme Barbeillon gefehlt hat, haben wir den Kürzeren gezogen“, meinte der Manager.

Das ist dem BC in dieser Runde nicht wieder passiert. Vor dem 15. und 16. Spieltag im Februar reagierte Selgrath. Da die französische Nummer eins des BC bei einem Mastersturnier in Frankreich um Ranglistenpunkte spielen musste, verpflichtete der Verein kurzfristig zwei tschechische Top-Spieler. Mit Radovan Hajek und Ivo Gasdoz besiegte der BC die Regensburger mit 8:0 und den Meisterschaftskandidaten Erlangen mit 6:2 – und stieß damit die Tür zur Erstklassigkeit weit auf. „Nach ein paar verpassten Aufstiegen sind wir diesmal dran geblieben und können stolz darauf sein, dass wir es nun gepackt haben“, sagte Schwerdtfeger.

Zu einem finanziellen Drahtseilakt soll der Start in der Bundesliga für den BC nicht werden. „Alles muss im Rahmen bleiben. Wir bewegen uns in unseren finanziellen Möglichkeiten“, sagte Selgrath. Allerdings komme man nicht daran vorbei, noch einen ausländischen Top-Spieler an Land zu ziehen. „Ohne eine weitere Verstärkung ist die Klasse nicht zu halten“, davon ist Selgrath überzeugt. Denn in der Bundesliga Karambol spiele die Welt-Elite. Hajek, Gasdoz und Barbeillon werden weiterhin für St. Wendel an den Tisch gehen. Der Franzose spielt in der neuen Saison dann schon 20 Jahre für den BC. „Für mich ist das eine große Motivation, in der 1. Bundesliga zu spielen“, so Barbeillon. Für Schwab wird es dann ein Wiedersehen mit seinem früheren Verein BC Elversberg geben, der die Runde auf Platz fünf abgeschlossen hat.