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Biathlon: Ruhpolding muss herben Zuschauerrückgang verkraften

Ruhpolding. Gestern wurde es in Ruhpolding wieder ruhig. Der Biathlon-Zirkus zog weiter in Richtung Antholz, die letzten Fans und Sportler verließen das kleine Städtchen in Oberbayern - und hinterließen eine Menge Fragen. Erstmals seit Jahren verzeichnete der Weltcup einen enormen Zuschauerschwund

Ruhpolding. Gestern wurde es in Ruhpolding wieder ruhig. Der Biathlon-Zirkus zog weiter in Richtung Antholz, die letzten Fans und Sportler verließen das kleine Städtchen in Oberbayern - und hinterließen eine Menge Fragen. Erstmals seit Jahren verzeichnete der Weltcup einen enormen Zuschauerschwund. Gerade noch 68 000 Fans kamen an fünf Wettkampftagen, beim letzten Weltcup vor zwei Jahren waren es 100 000 gewesen. Die Gründe dafür sind vielschichtig - und eine Lösung des Problems ist nötig."Ich habe schon damit gerechnet, dass die Zuschauerzahlen zurückgehen. Aber ich hätte mir einen geringeren Rückgang gewünscht", sagt Claus Pichler, Präsident des Organisationskomitees und Ruhpoldings Bürgermeister: "Ich hoffe, dass wir finanziell am Ende mit einem blauen Auge davonkommen."


Bei der WM 2012 kamen bis zu 30 000 Fans pro Tag (insgesamt 218 000). Allerdings spielte in Ruhpolding diesmal das Wetter nicht mit, und das Niveau der Ticketpreise sank verglichen zur WM nicht spürbar. Auch die späten Startzeiten "haben uns nicht in die Karten gespielt", sagt Pichler. Das Karriereende von Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner habe ebenfalls zum Rückgang beigetragen. "Lena hat den Zuschauer-Andrang bei der WM enorm gesteigert. Viele wollten sie noch ein letztes Mal sehen", sagt Pichler: "Ich denke, es ist normal, dass es nach Steigerungen auch wieder Rückgänge gibt. Wir sind jetzt wieder bei einem Niveau wie im Jahr 2007."

Nach dem Weltcup soll es eine genaue Analyse geben, wie man die Veranstaltung wieder attraktiver machen kann. Dabei sollen - das war hinter vorgehaltener Hand bereits zu hören - deutliche Worte mit dem Weltverband IBU und den Verantwortlichen für die TV-Übertragungen gesprochen werden. Grund dafür ist der finanzielle Mehraufwand durch die Nachtrennen: Vier von sechs Wettbewerben in Ruhpolding fanden unter Flutlicht statt.



Immerhin: Die Einschaltquoten im Fernsehen stimmten. Am Samstag und Sonntag schauten jeweils mehr als fünf Millionen an den Bildschirmen zu. sid