Bewährungsprobe für Volleyballer des TV Bliesen

Volleyball 3. Liga Süd : Erneute „Umbauarbeiten“ beim TV Bliesen

Volleyball-Drittligist TV Bliesen steht trotz steten Kader-Änderungen als Tabellenvierter glänzend da. Morgen Heimspiel gegen Waldgirmes.

Viel unterwegs waren die Drittliga-Volleyballer des TV Bliesen in der ersten Hälfte der Saison 2018/19. Nur drei Heimspiele standen bislang in der aktuellen Spielzeit auf dem Programm – acht Mal musste der Club auswärts ran. Das heißt aber auch: In der an diesem Wochenende beginnenden Restrückrunde spielt Bliesen gleich in sieben von neun Partien zu Hause.

Das erste Heimspiel seit dem 27. Oktober (3:0 gegen den VfB Friedrichshafen II) bestreitet das Team von Trainer Michael Hefter am morgigen Samstag um 20 Uhr im Sportzentrum St. Wendel gegen den TV Waldgirmes. Die Vorfreude, wieder vor dem lautstarken heimischen Publikum antreten zu dürfen, ist groß. Bis zu 600 Anhänger unterstützen den TV zu Hause – mehr ist bei keinem anderen Club der Liga los.

„Natürlich hat jeder Bock darauf, endlich wieder daheim zu spielen“, sagt TV-Trainer Michael Hefter. Der vor Rundenbeginn neu verpflichtete Übungsleiter steht mit seinem Team trotz der vielen Auswärtsspiele nach einer starken ersten Saisonhälfte auf Rang vier. Der Rückstand auf den Tabellenzweiten TSV Blankenloch (bei Karlsruhe) beträgt nur einen Zähler.

„Damit bin ich unter den gegebenen Umständen zufrieden“, sagt Hefter. „Ich wollte eine positive Entwicklung bei den einzelnen Spielern und dem Team sehen. Und ich denke, das haben wir hinbekommen“, freut sich der Übungsleiter. In den beiden vergangenen Spielzeiten kämpfte der TV jeweils lange gegen den Abstieg. Um den Liga-Verbleib müssen sich die Nordsaarländer diese Saison wohl keine Gedanken machen.

Dass Bliesen derzeit so gut dasteht, lag auch daran, dass die vor der Saison neu verpflichteten ausländischen Spieler wie der Engländer Liam Jenkinson, der Kanadier Jordan Foot oder der Amerikaner Stephen Braswell „zündeten“ und die Abgänge von Leistungsträgern wie Connor Lammey oder Tobias French mehr als ersetzen konnten.

Trotzdem hatte der Club im personellen Bereich mit einigen Problemen zu kämpfen: Der ursprünglich als Leistungsträger verpflichtete Zuspieler Ryan Kenny zog sich bereits vor Saisonbeginn eine schwere Schulterverletzung zu. „Der Zuspieler ist die wichtigste Position im Volleyball. Jeder Angriff geht über seine Hände“, erklärt Hefter.

Und ausgerechnet auf dieser Schlüsselposition gab es seit der Verletzung von Kenny permanente „Umbauarbeiten“. Der bisherige Stamm-Zuspieler Lukas Scholtes war vor der Runde zum Ligakonkurrenten TuS Kriftel gewechselt und stand nicht mehr zur Verfügung. Deshalb half zunächst Ex-TV-Akteur Lukas Bennoit für zwei Begegnungen aus. Dann wurde mit Matthew Elias ein neuer Zuspieler aus den USA geholt. Dessen Vertrag lief aber Ende 2018 aus.

Deshalb gehen die „Umbauarbeiten“ auch am Samstag im Heimspiel gegen den Tabellendritten Waldgirmes weiter. Kenny ist zwar mittlerweile wieder ins Training eingestiegen, ein Einsatz käme aber noch zu früh. Der US-Amerikaner ist noch in seiner Bewegungsfähigkeit eingeschränkt. So wird Nachwuchsspieler Till Hoffmann, der nach einem Formtief zu Saisonbeginn wieder besser in Fahrt gekommen ist, gegen den ehemaligen Zweitligisten aus Hessen die Bälle verteilen.

Während der Abgang von Elias nach dem letzten Spiel im Jahr 2018 beim TSV Stuttgart am 16. Dezember (3:1 für Bliesen) geplant war, kam nach dieser Partie noch ein anderer – ungeplanter – Abgang hinzu. Außenangreifer Braswell musste studien- und berufsbedingt zurück in seine amerikanische Heimat. Ein Verlust, der schmerzt. „Stephen war unser fleißigster Punktesammler“, weiß Hefter. Auch ihn wird gegen Waldgirmes wohl ein Nachwuchsspieler ersetzen. Jonas Weber soll die Rolle des Außenangreifers übernehmen.

Wegen der personellen Veränderungen warnt Hefter vor allzu hohen Erwartungen an sein Team in den kommenden Wochen: „Wir mussten wieder einiges umstellen. Das wird Zeit brauchen“, erklärt der erfahrene Übungsleiter, der für die TG Mainz-Gonsenheim schon in der 2. Liga arbeitete. Ob der Übungsleiter, der in der Nähe von Worms wohnt, auch nächste Saison den TV trainiert, soll in den kommenden Wochen entschieden werden. Einen Verbleib kann sich der Trainer gut vorstellen. „Es gefällt mir gut. So gute Bedingungen wie hier hatte ich noch bei keinem anderen Verein, und die Jungs sind auch alle in Ordnung“, erklärt der 56-Jährige.

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