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Saarderby in der Regionalliga
Bewährungsprobe für die „neue“ SVE

Elversbergs Trainer Karsten Neitzel (Mitte, mit dem Zettel in der Hand) und seine Mannschaft wissen, um was es an diesem Samstag im Saarderby gegen den 1. FC Saarbrücken geht.
Elversbergs Trainer Karsten Neitzel (Mitte, mit dem Zettel in der Hand) und seine Mannschaft wissen, um was es an diesem Samstag im Saarderby gegen den 1. FC Saarbrücken geht. FOTO: Andreas Schlichter
Elversberg. Mit verjüngtem und verkleinertem Aufgebot startet die SV Elversberg an diesem Samstag in den Rest der Rückrunde – ausgerechnet beim 1. FC Saarbrücken. Von Heiko Lehmann

Nach vier Wochen Wintervorbereitung gibt es an diesem Samstag zum ersten Mal die „neue“ SV Elversberg zu sehen. Um 14 Uhr ist das Team von Trainer Karsten Neitzel zu Gast im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion beim 1. FC Saarbrücken. „Genau das ist das Spiel, das ich mir für den Auftakt wünsche und das wir vielleicht auch brauchen“, sagt Stefano Cincotta.



Der Guatemalteke Cincotta ist auf der linken Abwehrseite gesetzt und berichtet über die „neue“ SVE. „Wir sind im neuen Jahr einfach viel enger zusammengerückt. In der Kabine wird offen über alles geredet, auch über private Dinge. Das gab es vor der Winterpause nicht“, erklärt der 26-Jährige. Mit Jan Washausen (FSV Zwickau), Thomas Birk (SV Röchling Völklingen), Edmond Kapplani, Tjorben Uphoff (Wuppertaler SV), Milad Salem und Till Hermandung hat sich die SVE vor der Winterpause von sechs Spielern getrennt, um den Kader zu verkleinern. Neuzugänge sind Moritz Koch (21 Jahre, eigene U21), Aykut Soyak (22, SC Paderborn) und Aldin Skenderovic (20, Titus Petingen). Der Kader ist verkleinert und verjüngt.

„Aldin hat unsere Vorbereitung komplett absolviert und ist ein Kandidat für die Stammelf“, sagt Trainer Karsten Neitzel, „Aykut ist erst vor einer Woche zu uns gekommen, hat aber schon gezeigt, was er für Potenzial hat. Moritz ist ein Eigengewächs, dem wir die Chance geben, sich zu entwickeln.“ In puncto Start­elf will sich Neitzel nicht in die Karten schauen lassen. Frank Lehmann im Tor, Lukas Kohler rechts und Cincotta links in der Viererabwehrkette dürften genauso gesetzt sein, wie Innenverteidiger Kevin Maek. Neben Maek könnten Marco Kofler oder Bryan Gaul spielen.

Spannender wird es im Mittelfeld. In den letzten Partien der Vorrunde spielte dort mit Leandro Grech (37) und Gaëtan Krebs (32) geballte Zweitliga-Erfahrung. Wenn am Samstag im Derby die Post abgeht und Zeit- und Gegnerdruck im Vergleich zur Vorbereitungszeit enorm anwachsen, könnten beide ins Schwimmen geraten, da sie nicht mehr die schnellsten sind. Skenderovic und Soyak wünschen sich genau diese schnellen Aktionen, in denen die Post abgeht. Entscheidet sich Neitzel für die Spritzigkeit oder für die Erfahrung? „Vielleicht spielen ja auch alle vier“, sagt der 50-Jährige und zwinkert. „Natürlich werden wir uns gut überlegen, wen wir aufbieten. Für mich zählt der gesamte 18-Mann-Kader, und die Reaktion der Bankspieler ist mir vielleicht noch wichtiger. Jeder, der spielt, darf sich freuen. Wer auf der Bank sitzt, muss darauf brennen, der Mannschaft helfen zu können. Ich kann zu 80 Prozent sagen, wenn ein Spieler vom Warmmachen an die Bank kommt, ob er brennt oder nicht“, sagt Neitzel.

Nicht im Aufgebot sein werden Aleksandar Stevanovic, Smail Morabit (beide Knie), Fatih Köksal (Aufbautraining nach Knieverletzung) und Konstantin Fuhry (Fingerbruch). Aufgrund einer Kapselverletzung im Sprunggelenk ist auch der Einsatz von Moritz Göttel fraglich. Benno Mohr (links), Florian Bichler (rechts) dürften in der Offensive genauso gesetzt sein wie Julius Perstaller und Kevin Koffi im Zentrum.



Zeit, um sich über ein paar Wochen einzuspielen, hat die SVE allerdings nicht. Nach dem Derby gegen den FCS ist die SVE nur eine Woche später zu Gast in Offenbach, einer der Hauptkonkurrenten um den zweiten Relegationsplatz. Zwei Spiele, die im Prinzip die restlichen Saisonspiele enorm beeinflussen werden. „Ich finde, wir sollen uns die ganze Rechnerei bis zum Saisonende sparen und jetzt erst einmal Fußball spielen“, sagt Cincotta.