Bereit wie nie fürs Spitzenspiel

Bereit wie nie fürs Spitzenspiel

Der FC Augsburg mischt die Fußball-Bundesliga mächtig auf. Das 2:1 in Köln am Samstag war der vierte Sieg der Schwaben nacheinander – Vereinsrekord. In der Tabelle kletterte das Team auf Platz drei. Und jetzt kommen die Bayern.

Über Europa und die Champions League wollte beim FC Augsburg niemand sprechen - noch nicht zumindest. "Wenn wir nächste Woche auch noch die Bayern schlagen, können wir darüber reden", sagte Matchwinner Alexander Esswein nach dem 2:1 (0:1) beim 1. FC Köln mit einem breiten Grinsen. Esswein meinte dies noch ein Stück weit ironisch. Doch mit dem Vereinsrekord von vier Siegen in Folge und einem Champions-League-Platz (Rang drei) im Rücken geht der FCA zweifellos mit überbordendem Selbstvertrauen ins Derby.

1:0-Sieg gegen Bayern im April

"Wir haben ja schon bewiesen, dass wir auch die Bayern ärgern können", sagte Tobias Werner und erinnerte an den 5. April, an dem der FCA den - allerdings bereits als Meister feststehenden - Bayern beim 1:0 die erste Liga-Niederlage nach 53 Spielen beibrachte. "Ich hätte nichts dagegen, wenn es wieder so laufen würde", ergänzte Dominik Kohr, und Manager Stefan Reuter versprach: "Der Trainer hat mir gesagt, dass der Sieg gegen die Bayern letztes Jahr keine Eintagsfliege war. Wir werden uns für nächste Woche was einfallen lassen."

Die Münchner sind gewarnt. "Es spielt der Erste gegen den Dritten. Wir werden mit großem Respekt nach Augsburg gehen", beteuerte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und gab zu: "Keiner hat damit gerechnet vor der Saison, dass Augsburg jetzt auf dieser Position steht."

Doch nach dem durch Nikola Djurdjic (53.) sowie dem kurz zuvor eingewechselten Esswein (90.) gedrehten Spiel in Köln bleibt eigentlich nur die Frage, wann der FCA sein Saisonziel korrigieren wird. Das lautet offiziell noch Klassenverbleib, doch nach 14 Spielen hat Augsburg bereits 24 Punkte. Der Hamburger SV vermied im Vorjahr mit 27 Zählern über die Relegation den Abstieg.

"Wir sind der FC Augsburg , wir sind euphorisch-bodenständig", betonte Werner und stellte klar: "Wenn der Trainer irgendwann neue Ziele vorgibt, werden wir sie umsetzen." Aber Markus Weinzierl macht noch keine Anstalten, die Ziele anzupassen. Er betont jedoch auch, "keine Angst" vor dem Höhenflug zu haben. Der derzeitige Champions-League-Platz sei das Ergebnis "einer sehr guten Entwicklung seit zwei Jahren".

Europacup käme "zu schnell"

Für Manager Reuter käme eine Europacup-Teilnahme für Augsburg jedoch möglicherweise zu schnell, sagt er. Reuter sieht "neue Probleme und neue Herausforderungen kommen. Wir hätten einen anderen Rhythmus, und die Belastung wäre viel höher. Der Kader wäre dafür nicht breit genug." Er gibt jedoch auch zu: "Klar ist, dass es reizvoll wäre."

Doch jetzt steht erst mal das Derby gegen die Bayern an. Die blieben dank des 1:0 gegen Bayer Leverkusen auch im 18. Bundesliga-Spiel in Folge ungeschlagen. Bayer konnte Bayern zwar eine Halbzeit lang ärgern, am Ende aber war alles wie gehabt: Der Gegner schießt kein Tor - und die Münchner bleiben eine Klasse für sich. Mit seinem breitesten Grinsen schlenderte Franck Ribéry nach dem 1:0-Erfolg aus dem Stadion. Der 31-Jährige hatte den FC Bayern mit seinem 100. Pflichtspieltor nicht nur zum Sieg geschossen, er ist seit Samstag auch Rekord-Franzose der Bundesliga. Mit seinem 186. Liga-Spiel überholte er Matthieu Delpierre (185 Spiele für Stuttgart und Hoffenheim).

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