Bereit für das Duell mit Fourcade

Bereit für das Duell mit Fourcade

Nach der wetterbedingten Absage im Vorjahr steigt für die deutschen Biathleten ab heute wieder der Heim-Weltcup in Oberhof. Überfliegerin Laura Dahlmeier pausiert, dafür hat vor allem ein Mann viel vor.

Die Auswirkungen von Sturmtief "Axel" bekamen auch Simon Schempp & Co zu spüren. Beim Abschlusstraining zum ersten Rennen beim Heim-Weltcup in Oberhof hatten die Skijäger in Thüringens Biathlon-Hochburg gestern keine Sonne - dafür aber Böen und Schneefall. "Es war ganz schön stürmisch. Aber morgen soll es besser werden", sagte Deutschlands Nummer eins Schempp mit Blick auf den Sprint heute (14.15 Uhr/ZDF).

Der 28-Jährige will im ersten Weltcup des Jahres und dem ersten des Deutschlands-Doppels mit Oberhof und Ruhpolding in der kommenden Woche seine ansteigende Form bestätigen und Seriensieger Martin Fourcade herausfordern. Beim letzten Rennen im Dezember war er in Nove Mesto im Massenstart hinter dem Franzosen Zweiter geworden. "Ich werde an den Sachen gemessen, die ich schon erreicht habe, und da will ich ja auch wieder hin", sagte der zehnmalige Weltcupsieger, der nach gesundheitlichen Problemen nur schleppend in den Winter gestartet war.

Über die Weihnachtspause blieb er gesund, anders als seine Freundin Franziska Preuß, die wegen eines grippalen Infekts fehlt. "Ich konnte gut trainieren und fühle mich gut. Ich will angreifen", sagte Schempp. Neue Kraft dürfte ihm auch sein Sieg zusammen mit Vanessa Hinz zum Jahresausklang beim Biathlon-Spektakel auf Schalke gegeben haben. "Das war ohne Frage eine der besten Leistungen der vergangenen Jahre", sagte Bundestrainer Mark Kirchner.

Aber da ist ja noch Fourcade. Der fünfmalige Weltcup-Gesamtsieger gewann bisher sieben der acht Einzelrennen, davon die letzten fünf in Serie. Zudem wurde der Franzose einmal Dritter. Und an Oberhof hat er auch gute Erinnerungen: 2015 gewann der Ausnahmekönner beide Einzelrennen. "Simon ist bereit, ihn mal wieder richtig zu ärgern", ist Kirchner dennoch überzeugt.

Die Damen müssen auf ihre Nummer eins Laura Dahlmeier verzichten. Die Verfolgungs-Weltmeisterin lässt fünf Wochen vor der WM aus taktischen Gründen die ersten beiden Rennen aus und wird nur im Massenstart am Sonntag dabei sein. Damit riskiert sie den Verlust des Gelben Trikots als Weltcup-Führende. Die deutschen Hoffnungen ruhen am Freitag (14.15 Uhr/ZDF) daher vor allem auf Franziska Hildebrand. Mit Spannung erwartet wird zudem die Rückkehr von Darja Domratschewa. Die dreimalige Olympiasiegerin aus Weißrussland, die im Sommer Norwegens Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen geheiratet und im Oktober die gemeinsame Tochter Xenia zur Welt gebracht hatte, gibt ihr Comeback.

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