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| 20:07 Uhr

Bender-Zwillinge sorgen für Verwirrung

Salvador da Bahia. Die Zwillinge Sven und Lars Bender sind bei Olympia wieder vereint. In Brasilien teilt sich das Familien-Duo ein Doppelzimmer – und sorgt bei den Mitspielern für Verwirrung. Vielleicht ab morgen auch bei den Gegnern. sid

Zumindest Horst Hrubesch hat bei der Unterscheidung von Lars und Sven Bender keine Probleme. "Ich erkenne sie an der Nasenspitze", sagt der Trainer der deutschen Olympia-Fußballer über die eineiigen Zwillinge und lacht: "Nach zwei Länderspielen habe ich gewusst, wer Lars und wer Sven ist." Hrubesch kennt die Benders schon eine ganze Weile: Mit beiden wurde er vor acht Jahren U19-Europameister, in Brasilien plant er mit ihnen den nächsten Coup.

Bis 2009 verlief die Karriere der Bender-Brüder identisch, dann trennten sich die Wege der Zwillinge aus dem Chiemgau: Den zwölf Minuten jüngeren Sven zog es zu Borussia Dortmund , Lars zu Bayer Leverkusen . Als Hrubesch für Olympia eine Zusammenführung anbot, war die Entscheidung schnell gefallen. "Man weiß nie, wie oft man noch dazu kommt", sagt Sven Bender .

Für Verwirrung sorgt das Duo, das sogar bei der Frisur den gleichen Geschmack hat, dennoch. "Ich weiß nicht, wie ich sie unterscheiden soll", meint Torhüter Timo Horn lachend: "Ich muss mal nachfragen, vielleicht hat einer ein besonderes Merkmal. Bisher ist es mir jedenfalls schwer gefallen."

In Brasilien bilden die 27-Jährigen wenig überraschend eine WG, ganz so wie früher beim TSV Brannenburg, der SpVgg Unterhaching oder 1860 München. "Das letzte Mal, dass wir ein Doppelzimmer hatten, war in der U19. Momentan funktioniert es noch ganz gut", sagt Sven und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: "Was keiner weiß: Eigentlich verstehen wir uns überhaupt nicht."

Auch dieser Humor war es, der Hrubesch bei der Suche nach den drei erlaubten älteren Spielern für sein U21-Team nicht lange zögern ließ. "Ich weiß, was das für Typen sind, und dass sie hinter der Geschichte stehen. Ich habe sie gefragt, und keiner von beiden hat länger als zwei Sekunden überlegt", sagt der DFB-Trainer vor dem ersten Gruppenspiel morgen Abend (22 Uhr/ZDF) in Salvador gegen Mexiko.

Gegen den Olympiasieger aus Mittelamerika wollen die Bender-Zwillinge den Grundstein zu einer ähnlichen Erfolgsgeschichte wie 2008 bei der U19-EM legen. "Ich werde mein Leben lang erzählen können, dass ich bei Olympia dabei war", sagt Sven (7 Länderspiele ), der auch von BVB-Trainer Thomas Tuchel Unterstützung für die Teilnahme erhielt: "Der Trainer hat gesagt: Ergreife die Chance." Auch Lars (19 Länderspiele ) will "etwas für die Ewigkeit" schaffen. Womöglich hilft den Zwillingen im Mittelfeld ja auch ihre Ähnlichkeit. Beim Gegner dürften Lars und Sven Bender jedenfalls noch deutlich mehr Verwirrung stiften als in der eigenen Mannschaft.

Zum Thema:

Auf einen Blick Das olympische Fußballturnier der Männer beginnt morgen mit den Vorrundenspielen in den vier Gruppen A (Brasilien, Südafrika, Irak, Dänemark), B (Schweden, Kolumbien, Nigeria, Japan), C (Fidschi, Südkorea, Mexiko, Deutschland) und D (Honduras, Algerien, Portugal, Argentinien). Die deutschen Partien sind morgen (22 Uhr/ZDF) gegen Mexiko, am Sonntag (21 Uhr/ZDF) gegen Südkorea und am 10. August (21 Uhr/ZDF) gegen Fidschi. Die Gruppensieger und -zweiten erreichen das Viertelfinale. red