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Beim FCS wird es nicht wenige Abgänge geben

Fußball-Regionalliga : Beim FCS wird es nicht wenige Abgänge geben

Der Fußball-Regionalligist hat sein Vertragsangebot für Verteidiger Kehl-Gomez zurückgezogen. Weitere Profis stehen auf der Kippe.

Die Meisterschaft war das Ziel – und damit verbunden der Aufstieg in die 3. Fußball-Liga. Doch wenn der 1. FC Saarbrücken am Samstag um 14 Uhr im Saar-Derby den FC Homburg empfängt, ist es für Trainer Dirk Lottner und seine Mannschaft nur noch ein „Endspiel“ um Platz zwei in der Regionalliga Südwest. Weil Tabellenführer SV Waldhof Mannheim Platz eins nur noch mit ausgesprochen viel Fantasie zu nehmen ist, laufen beim FCS schon die Gedankenspiele für die neue Saison in der 4. Liga. Und es stehen Veränderungen bevor.

„Ich habe noch nicht mit allen Spielern gesprochen, darum bin ich noch zurückhaltend“, sagt FCS-Sportdirektor Marcus Mann zum aktuellen Stand. Doch dann meldet er sofort eine Entscheidung hinterher: „Wir haben das Angebot an Marco Kehl-Gomez zurückgezogen. Wir hatten es ihm vor sechs Wochen unterbreitet und keine Reaktion bekommen. Es ist legitim, dass ein Spieler versucht, das Bestmögliche für seine Situation zu erreichen. Aber auch wir müssen den Eindruck haben, dass sich jemand noch voll mit der Sache identifiziert.“

Der 26-jährige Innenverteidiger war 2017 von der SV Elversberg zu den Blau-Schwarzen gewechselt, bestritt in dieser Saison 21 von 26 möglichen Spielen. Kehl-Gomez sollen Anfragen vom 1. FC Kaiserslautern und vom direkten Konkurrenten Mannheim vorliegen.

Trotz guter Anlagen konnte dagegen Oliver Oschkenat auf dieser Positon keinen Stammplatz erobern. In den entscheidenden Momenten spielten dem Linksfuß oft die eigenen Nerven einen Streich. „Er hat seine Qualitäten, aber aufgrund der Einsatzzeiten dürfte es schwer werden, ihm zu vermitteln, dass er bleibt“, sagt Mann. Eine Trennung scheint also kaum zu verhindern.

Schmerzlich vermisst wurden beim FCS in dieser Saison nicht nur die spielerischen, sondern vor allem die Führungsqualitäten von Marlon Krause. „Bei ihm ist es unsicher, ob er überhaupt noch mal auf dem Niveau einsteigen kann“, erklärt der Sportdirektor zu dem am Knie operierten Defensiv-Allrounder, dessen Vertrag auch ausläuft.

Auf der rechten Seite nicht erste Wahl waren zuletzt sowohl Publikumsliebling Alexandre Mendy (35) wie auch Sascha Wenninger, der sich in drei Jahren beim FCS nur kaum weiterentwickeln konnte. Mann hält große Stücke auf Wenninger, der will aber spielen. Trainer Dirk Lottner setzt oft auf eine Dreierkette – und auf der rechten Außenbahn ist Tobias Jänicke, der seinen Vertrag bereits verlängert hat, gesetzt. „Als Rechtsverteidiger geht es zunächst darum, hinten dicht zu halten. Und da gibt es in der Liga wenig Vergleichbares zu Sascha“, sagt Sportdirektor Mann: „Und bei Alex ist die Entscheidung auch im letzten Jahr erst spät gefallen.“

Auch bei den Mittelfeldspielern Martin Dausch und Marco Holz will man in den nächsten Wochen genauer hinsehen, denn auch ihre Arbeitspapiere enden im Juni. „Bei Dauschi ist die fußballerische Qualität unbestritten. Die Frage ist, ob wir ihn gesundheitlich stabil bekommen.“ Dagegen scheint klar, dass Markus Obernosterer den FCS verlassen wird. Er kam sportlich nie in Saarbrücken an. „Er hatte Phasen, wo man dachte, er kommt“, erinnert sich Mann: „Dann kam Pech mit Verletzungen oder Sperren dazu, und manches ist auch selbstverschuldet.“ Obernosterer wird den FCS ziemlich sicher verlassen.

Ein anderer Ex-Elversberger hat zwar noch ein Jahr Vertrag, doch in der Liga hat Fatih Köksal noch keine Minute für den FCS gespielt. Mann stellt klar: „Auch hier haben sich beide Seiten das sicher anders vorgestellt. Sollte sich das nicht ändern, muss man überlegen, neue Wege zu gehen.“ Das dürfte trotz guter Quote von vier Toren in elf Einsätzen auch für Stürmer Fabian Eisele gelten. „Anfangs war er die erhoffte Verstärkung“, betont Mann: „Dann fiel er in ein Loch. Sebastian Jacob und Gillian Jurcher kamen ins Laufen.“

Kompliziert ist die Planung im Tor. Daniel Batz ist gesetzt, der Vertrag von Ersatzmann Ricco Cymer läuft aus. Cymer würde wohl gerne bleiben, fällt aber kommende Spielzeit nicht mehr unter die U23-Regelung. Mit Patrik Herbrand (derzeit an Oberligist Röchling Völklingen ausgeliehen) hat der FCS einen talentierten Nachwuchsmann, auch der Vertrag mit U19-Torwart Timo Wagner wurde um ein Jahr verlängert. Mann erklärt das Dilemma: „Ricco müsste wegen der U23-Regel vielleicht sogar öfter auf die Tribüne. Eine andere Frage ist, ob man Patrik die Rolle als Nummer zwei zutraut oder einen anderen U23-Torhüter holt. Das ist nicht einfach.“

 Bei Marlon Krause ist die Fortsetzung der Karriere offen.
Bei Marlon Krause ist die Fortsetzung der Karriere offen. Foto: Andreas Schlichter
 Sascha Wenninger will viel mehr spielen als zuletzt.
Sascha Wenninger will viel mehr spielen als zuletzt. Foto: Andreas Schlichter
 Fatih Köksal hat Vertrag, aber wohl keine Zukunft beim FCS.
Fatih Köksal hat Vertrag, aber wohl keine Zukunft beim FCS. Foto: Andreas Schlichter
 Die Situation für Ersatztorhüter Ricco Cymer ist kompliziert.
Die Situation für Ersatztorhüter Ricco Cymer ist kompliziert. Foto: Andreas Schlichter

Für ein Gespräch mit Co-Trainer Robert Roelofsen sei noch keine Zeit gewesen. Dass man über den auslaufenden Kontrakt des Niederländers Schlüsse auf die weitere Zusammenarbeit mit Cheftrainer Lottner (Vertrag bis 2020) zieht, kann Mann nicht nachvollziehen. „Dirk hat unsere Rückendeckung, damit wir die Saison so erfolgreich wie möglich abschließen“, sagt Mann: „Alles andere ist jetzt kein Thema.“ Zumindest keines, mit dem Mann an die Öffentlichkeit geht.