Beim FCS hat's geklingelt

Beim FCS hat's geklingelt

Mit Spannung warteten die Fans des 1. FC Saarbrücken in den letzten Wochen auf den neuen Sportdirektor, der verpflichtet werden sollte. Nun ist klar: Es wird keinen geben. Stattdessen steigt Stephan Kling auf.

Da stockte so manchem Trainingskiebitz beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken der Atem. Am Dienstag erschienen Schatzmeister Dieter Weller und Marketing-Geschäftsführer Sebastian Pini in Begleitung von Ex-Trainer Milan Sasic beim Nachmittagstraining im Sportfeld. Die werden doch nicht? Aber nein - Sasic ist nicht der neue Sportdirektor. "Milan Sasic ist künftig Leiter der Abteilung Sportförderung der Victor's Unternehmensgruppe", stellte FCS-Präsident Hartmut Ostermann gestern auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung klar, "er hat einen prominenten Namen, der den Konzern positiv nach außen in einem wichtigen Marketingbereich vertritt. Sasic wird auch kontrollieren, ob die eingesetzten Mittel sinnvoll verwendet werden." Victor's engagiert sich unter anderem bei den Zweitliga-Handballern der HG Saarlouis und dem FCS Tischtennis. Eine Funktion bei den FCS-Fußballern habe Sasic ausdrücklich nicht.

Kling "Alternative 1A"

Einen Sportdirektor wird es künftig also nicht geben - dafür einen hauptamtlich tätigen Sportkoordinator für alles neben der Regionalliga-Mannschaft. Dieses Amt wird Stephan Kling übernehmen. "In der Regionalliga ist es sinnvoller, in gute Spieler zu investieren als in Hierarchien", begründete Ostermann, "deshalb werden wir den Etat in dieser Übergangsphase zum Profifußball nicht durch die Stelle eines Sportdirektors belasten." Dabei sei Kling keinesfalls zweite Wahl, weil man prominente Namen wie Jan Schindelmeiser oder Klaus Toppmöller, die neben anderen spekuliert wurden, nicht bekommen habe. "Da gab es durchaus Interesse, aber da war noch nicht klar, in welcher Liga wir spielen", sagte Ostermann, "für die Regionalliga war Stephan Kling unsere Alternative 1A. Er hat den Auftrag, unsere neue Konzeption in die Praxis umzusetzen."

Rückgrat dieses Konzeptes soll der eigene Nachwuchs sein. Den Aufstieg der U17 und der U19 in die jeweilige Bundesliga will der Verein nutzen. "Wir wollen jedes Jahr mit mindestens drei Nachwuchsspielern eines Jahrgangs den Sprung nach oben schaffen", nennt der 33-jährige Ex-Profi Kling die eigene Zielvorgabe. Und er schraubt die Ansprüche noch nach oben: "Wir wollen erreichen, dass wir aus dem eigenen Nachwuchs neue Stammspieler gewinnen. Wir wollen nicht mehr nur für andere ausbilden, sondern für uns selbst."

Was wird aus Berger?

Kling, der neben einem abgeschlossenen Studium der Wirtschaftswissenschaften auch Erfahrung als Teammanager beim FC Homburg und in leitender Funktion in der Scouting-Abteilung des 1. FC Kaiserslautern vorweisen kann, wird künftig für alle Mannschaften ab U23 und darunter verantwortlich zeichnen. Sein Vertreter soll Ex-Profi Martin Forkel werden. "Die erste Mannschaft ist das Flaggschiff jedes Vereins, und darum möchte ich auch Cheftrainer Fuat Kilic in die langfristige konzeptionelle Umgestaltung miteinbeziehen", sagte Kling, "jetzt muss ich mich zuerst einarbeiten und das Tagesgeschäft erledigen."

Das tat bislang Jugendleiter Jan Berger. "Ich habe hier in den letzten Jahren sehr viel aufgebaut und hätte mich dabei oft über mehr Unterstützung gefreut", sagte Berger gestern, "jetzt muss man sehen, wie die neuen hauptamtlichen Kräfte mit mir als gewähltem, ehrenamtlichen Jugendleiter und Trainer der U16 künftig zusammenarbeiten wollen."

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